{"id":1263,"date":"2015-02-19T22:24:11","date_gmt":"2015-02-19T21:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.riedel.aero\/?p=1263"},"modified":"2015-02-28T13:56:53","modified_gmt":"2015-02-28T12:56:53","slug":"ingolstadtmanching-eggenfelden-ifr-lesson-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.riedel.aero\/?p=1263","title":{"rendered":"Ingolstadt\/Manching &#8211; Eggenfelden (1. IFR-Training)"},"content":{"rendered":"<p>An IFR-Theorie habe ich schon einiges gelesen, jetzt muss es auch mit der Praxis mal losgehen&#8230; Das Wetter war die ganzen letzten Tage schon wieder so, wie im Herbst eigentlich immer \u00fcblich: Stabile Hochdrucklage mit bodennaher Inversion &#8211; sprich Nebel \/ Hochnebel \/ Dunst, graue Suppe, aber nicht sehr dick. Ich war mir nicht sicher, ob das f\u00fcr die erste IFR-Flugstunde so eine gute Idee ist und die Erfahrung, ob man da IFR wetterm\u00e4\u00dfig raus und vor allem auch wieder rein kommt fehlt nat\u00fcrlich auch noch. Aber dazu hat man ja einen erfahrenen Lehrer. Er meinte, die Bedingungen sind zwar f\u00fcr das erste Mal sicherlich anspruchsvoll, aber das w\u00fcrde ich schon schaffen.<\/p>\n<p>Also ging es heute morgen sehr fr\u00fch nach Augsburg, wo wir eigentlich um 8:30 Uhr starten wollten. Zu der Zeit war die Sicht allerdings nur 2 km und die Bew\u00f6lkung nur 400 Fu\u00df hoch. Wir haben daher doch lieber noch etwas gewartet und sind dann eineinhalb Stunden sp\u00e4ter erst gestartet. Bei 3500 m Sicht und 600 Fu\u00df Wolkenuntergrenze, was immer noch ziemliches Mistwetter ist (also die Untergrenze, die Sicht geht noch halbwegs). Ich habe dann das Abflugverfahren abgeflogen, was sp\u00e4testens als wir dann nach gesch\u00e4tzter 1 min in den Wolken waren zwar grunds\u00e4tzlich ging, aber alles auf einmal machen &#8211; steigen, einkurven, Richtung halten, Wegpunkte treffen, Leistung\/Motor beobachten, Funk zuh\u00f6ren&#8230; &#8211; war f\u00fcr das erste Mal ein bisschen zu viel. Also haben wir die Wegpunkte nur grob getroffen und es war auch mehr rumeiern als geradeaus fliegen. Bei ca. 3500 ft kamen wir dann oben aus den Wolken raus, ein sch\u00f6ner Moment, wenn dann die Sonne scheint und unter einem das Wolkenmeer ist. Sicht bis zum Anschlag, also sch\u00f6ner Alpenblick. Leider war nur daf\u00fcr nicht viel Zeit. Wir haben uns dann kurz erholt vom Start und George etwas fliegen lassen und dann aber auch recht bald mit Airwork angefangen. Schlie\u00dflich will ja das fliegen ohne Sichtreferenz grundlegend gelernt werden. Wir haben also ein bisschen Funknavigation ge\u00fcbt, dann Steilkurven, einen simulierten NDB-Approach, ein paar Holdings. Da muss man halt reinkommen&#8230;<\/p>\n<p>Dann ging es weiter nach Ingolstadt\/Manching. Dort wollte ich eh immer schon mal hin &#8211; steht auf der Verkehrsflughafen-Liste. Die Bedingungen dort waren so:<br \/>\nETSI 191020Z 27003KT 3000 BR OVC006 M02\/M04 Q1033 YLO YLO<br \/>\nAlso wie man sieht \ud83d\ude09 &#8211; 3000 m Sicht, bedeckt bei 600 Fu\u00df. Dort gibt es ein Instrumentenlandesystem (ILS), auf das uns der Lotse mit seinen Anweisungen gebracht hat. Das ILS hat zum einen den Localizer, der praktisch die verl\u00e4ngerte Pistenmitte anzeigt und den Glideslope, welcher praktisch die richtige Sinkrate zur Landebahn vorgibt. Das nennt man dann Pr\u00e4zisionsanflug und es gibt eine Entscheidungsh\u00f6he, ab welcher man die Landebahn vor sich sehen muss (oder man muss wieder durchstarten). Beim ILS sind das typischerweise so 200-300 Fu\u00df \u00fcber Grund. Man meldet dann erst &#8220;Localizer established&#8221;, was soviel hei\u00dft wie das man ab jetzt dem &#8220;Leitstrahl&#8221; des Localizers folgt und irgendwann f\u00e4ngt man dann auch den Glideslope ein und beginnt zu sinken. Dabei muss (sollte) man immer eine konstante Geschwindigkeit beibehalten. Leichter gesagt als getan&#8230;<br \/>\nBei 3500 ft sind wir dann also wieder in die Wolken getaucht und ich bin dann das ILS &#8211; naja &#8211; runtergeeiert. Das trifft es am Besten. Nach Sicht unterwegs hab ich das auch ab und zu schon mal gemacht, aber irgendwie guckt man dann dabei halt doch vorne raus oder zur Seite raus und h\u00e4lt so die Maschine gerade und ruhig. Wenn aber pl\u00f6tzlich gar keine Sicht mehr da ist, dann ist das absolut was anderes. Hin und wieder ist alles mal weggelaufen &#8211; die Geschwindigkeit, der Localizer, nur der Glideslope hat immer halbwegs gepasst. Endlich aus den Wolken gefallen ist es dann aber schon nett, wenn vor einem die hell beleuchtete Landebahn auftaucht. Wir hatten dann noch so 1-1,5 min zur Landung.<br \/>\nDie Landung war aber trotzdem sehr ruhig und wir haben dann vor dem GAT abgestellt und wollten erstmal Pause machen. Dort haben wir auch gesehen, dass wir bei dem Anflug Eis angesetzt hatten. Sowohl am Propeller also auch an den Tragfl\u00e4chen waren so 1-2 mm Klareis. Also habe ich auch gleich gelernt, wie sowas in der Praxis aussieht.<\/p>\n<p>Im GAT gab es dann was zu trinken und wir haben versucht, das Wetter von Eggenfelden rauszufinden. Per Telefon hat es dann geklappt: 3 km Sicht, bedeckt bei 700 Fu\u00df. Also anfliegbar. Vor dem Start haben wir dann noch das Eis abgekratzt, was immer noch dran war. Dann ging es wieder los. Mit den Tipps vom Lehrer (&#8220;Horizont festnageln&#8221;) ging es auch schon etwas besser durch die Wolken raus. Dann ging es zum Initial Approach Fix von Eggenfelden. Auf dem Weg nat\u00fcrlich wieder etwas Airwork, dieses Mal hatten wir Langsamflug und Stall\u00fcbungen gemacht. In Eggenfelden gibt es dann kein ILS sondern nur ein GPS-basiertes Anflugverfahren. Die Sinkrate wird dann anhand einer Tabelle bestimmt, das Ganze hei\u00dft Nicht-Pr\u00e4zisions-Anflug. Auch hier war vor uns die Landebahn als wir aus den Wolken kamen, nur leider lange nicht so sch\u00f6n und hell beleuchtet wie in Ingolstadt.<\/p>\n<p>Hier gab es dann erstmal beim Italiener was zum Essen. Danach ging es dann wieder zur\u00fcck nach Augsburg. In Eggenfelden wieder durch die Wolken, in Augsburg war mittlerweile der Nebel\/Hochnebel weg. Wir sind dann in Augsburg das ILS geflogen und diesmal ging es bei mir schon deutlich besser als in Ingolstadt, es war nicht ganz so ein rumeiern sondern schon ruhiger. Das muss man jetzt halt immer wieder \u00fcben. In Augsburg war die Piste 07 aktiv, das ILS geht aber zur Piste 25. D.h. man muss nochmal rumdrehen. Das hei\u00dft bei IFR &#8220;circling&#8221; und ist im Prinzip eine sehr sehr eng geflogene Platzrunde. Also wer die Platzrunde von Donauw\u00f6rth kennt (die ziemlich klein ist)&#8230; ungef\u00e4hr halb so gro\u00df. Die Landung war trotzdem ruhig, obwohl man schon sehr sportlich reinkommt.<\/p>\n<p>Alles in allem war der Tag anstrengend, aber auch sehr lehrreich. Und macht Lust auf mehr. Da freue ich mich schon auf die kommenden Stunden.<\/p>\n<p><a href=\"\/wp-content\/uploads\/IFRLesson1.htm\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Track\" src=\"\/wp-content\/images\/maps.png\" alt=\"\" width=\"48\" height=\"48\" \/><\/a>\u00a0<a href=\"\/wp-content\/uploads\/IFRLesson1.htm\" target=\"_blank\">Track<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An IFR-Theorie habe ich schon einiges gelesen, jetzt muss es auch mit der Praxis mal losgehen&#8230; Das Wetter war die ganzen letzten Tage schon wieder so, wie im Herbst eigentlich immer \u00fcblich: Stabile Hochdrucklage mit bodennaher Inversion &#8211; sprich Nebel \/ Hochnebel \/ Dunst, graue Suppe, aber nicht sehr dick. 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