Nach drei schönen Wochen in den USA und insgesamt 21 Flugstunden geht es heute wieder nach Hause. Wichtigstes Fazit: fliegen in den USA macht Spass und Lust auf mehr. Zum einen ist Fliegen für die Amerikaner einfach eine normale Art der Fortbewegung, nicht so wie bei uns, wo jeder selbst die kleinste GA (Allgemeine Luftfahrt) für Neid sorgt. Zum anderen ist es auch herrlich unkompliziert. Keine Pflichtmeldepunkte und ähnlicher Quatsch, keine nervenden Anwohner und komplizierte Lärmschutzverfahren so wie bei uns – und das obwohl die Flugplätze alle mitten in den Städten sind. Da reicht einfach ein Schild in der FBO: Noise sensitive neighborhood, avoid overflying.
Was es auch gezeigt hat: Die Überregulierung, Übervorsichtigkeit und all diese typisch europäischen (oder deutschen) zweifelnden Eigenschaften nerven bei uns einfach nur. Beispiel Kollisionswarnung oder Wetterdaten im Flugzeug: die Amis schaffen mit ADS-B einfach Fakten. Da werden Transpondersignale von Nicht-ADS-B-Flugzeugen einfach als ADS-B vom Boden aus ausgestrahlt und jeder kann mit recht wenig Aufwand ein nettes Kollisionswarnsystem haben und obendrein auch noch Wetterdaten bekommen (ich will mal gar nicht von XM-Sat-Radio und XM-Weather träumen). In Europa: da wird darüber diskutiert, dass doch die eine Frequenz in den USA nicht Standard sei (warum macht sie Europa nicht einfach genau wie die USA auch zum Standard?) oder dass doch die ausgestrahlte GPS-Position evtl. nicht ganz genau ist wenn die ADS-B-Geräte nicht ganz genau überprüft und zugelassen sind und was denn dann wäre (rausgucken?) und so weiter. Klar, dass man nicht einfach bodengebundenes Radar 1:1 durch ADS ersetzen kann, aber statt gar nichts zu machen und alles anzuzweifeln, könnte man halt einfach auch mal was ausprobieren. Leider geht das mit europäischer Denke aber nicht. Sehr schade, aber leider typisch…
Jedem, der selber fliegt, kann man jedenfalls einen Bahamas- oder Florida-Trip schonmal uneingeschränkt empfehlen. Ganz böse gesagt: dort rumfliegen ist deutlich informativer und erlebnisreicher, als sich 3 Wochen in Miami Beach den letzten Rest Hirn rausbrutzeln zu lassen – und ja, wir sind genauso braun geworden, wie die, die mit uns im Flieger nach Hause saßen und (aufgrund ihrer Verhaltensstruktur augenscheinlich) letzteres gemacht haben 😉