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15 May2016

Augsburg – Budapest/Tököl

  •   15. May 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDMA, LHTL, Mehrere Tage

Pfingsten ist Urlaubszeit und so haben wir auch einige Tage Urlaub geplant. Diesmal sollte es mal an ein neues Ziel gehen: ich habe mir Ungarn / Budapest ausgesucht.
Ursprünglich wollten wir bereits gestern wegfliegen, aber das Wetter war mir auch IFR nicht so ganz geheuer (viel Schichtwolken mit vielen eingebetteten Gewittern), so dass wir erst heute losgeflogen sind.

Wir sind nach dem Frühstück zum Flughafen aufgebrochen und haben die D-ELDS geladen. Blieb bloss noch die Frage, ob wir IFR oder VFR fliegen sollen. IFR wär heute wohl überwiegend in IMC gewesen, in schönen Cumuli und Towering cumuli, jeweils mit Temperaturen um -2°C… ich weiß nicht, ich kann das irgendwie noch nicht so richtig einschätzen, ob man dann mit Icing ein Problem bekommt oder nicht. Schlechtwetter-Training ist schon die ganze Zeit geplant, aber ich bin gerade beruflich recht eingespannt und das Wetter auch nicht schlecht genug. Wir sind also VFR geflogen, was angesichts der recht hohen Wolken auch keine große Herausforderung war.

Es ging also in Augsburg gemütlich auf der Piste 25 los, dann nördlich vom Münchener Flughafen vorbei in Richtung Passau/Suben, dann nach Österreich – zum Freistadt VOR, Stockerau VOR an Wien vorbei nach Ungarn. Die Landschaft war neu, da wir in der Gegend bislang noch nicht unterwegs waren. Interessant, dass die Donau dort ziemlich tief reingeschnitten ist in der hügeligen Landschaft. Erst kurz vor Wien fließt sie ins Flachland. Der Flug bis dorthin war angenehm ruhig, einige Schauer standen links und rechts, aber nie uns im Weg, so dass wir gerade die Strecke abfliegen konnten. München Information hatte uns an Linz Radar weitergereicht, so dass wir dann zunächst richtig professionellen Service hatten und ich auf die Idee kam, man könnte doch später die TMA von Wien per Radar-Vectors durchqueren ohne auf den Luftraumsalat aufpassen zu müssen. Leider kamen wir dann aber zu Wien Information. FIS versteht natürlich unter Radar-Vectoring “durch” die TMA was anderes als Radar. Also wurden wir zwar gevectored, aber immer schön in Airspace G/E – also eigentlich nicht durch sondern unter der TMA entlang. Naja, das war auch ganz in Ordnung und die Aussicht ganz nett, also habe ich das auch ohne murren hingenommen.

Kurz hinter Wien ist man dann komplett in der Steppe und kann dann schon sehr weit den Neusiedler See aber auch Bratislava und den Donaulauf sehen. Wir wurden dann an Budapest Information übergeben und bekamen gleich ein “direct destination”, sind also vom Dreieck Ungarn / Österreich / Slovakei auf direktem Kurs nach Budapest geflogen. Györ lag dann als größerer Ort recht bald am Weg und damit auch die TIZ vom dortigen Flugplatz. Mich hat erst etwas verwirrt, dass ich “Per Information” rufen soll. Auch auf der Karte steht “Per TIZ” – was das wohl heißen soll?!? …bis ich dann gesehen habe, dass der Flugplatz von Györ gar nicht Györ sonder Pér heißt. Dann war’s natürlich klar.

Danach ging es dann noch über eine kleine Hügelkette zur Donau zurück – und ATC-mäßig zu Budapest Information. Der Service dort ist gut, insgesamt nichts los obwohl bestes Wetter war. Der Lotse in der Per TIZ hatte mit englisch etwas Probleme, durch den geringen Verkehr dort war das aber kein Issue. Bei Budapest Information dagegen gutes Englisch.

Wir hatten uns für Budapest Tököl als Platz ausgesucht. Dort gibt es eine 2500 m Betonpiste (obwohl nur 900 m offiziell nutzbar) und man sollte schnell in der Stadt sein. Der Platz ist sehr leicht zu finden und im Internet gibt es auch uralte Anflugkarten, die halbwegs brauchbar sind (Piste ist nicht mehr komplett nutzbar, muss man halt von Hand anhand von Google Earth reinmalen). Der Platz ist in manchen Karten als geschlossen markiert, unser G1000 kennt zwar die Position aber keine Details. Nichtsdestotrotz kann man dort hinfliegen.

Wir sollten bei Budapest Information dann “field in sight” melden und wurden dann zu Tököl Info übergeben. Dort war nichts los und wir sind einsam und alleine bei strammen 25 kt Wind gelandet und haben uns ein Hotel gesucht und ein Taxi bestellt.
Vorher war ich aber noch beim sehr netten Türmer, der mir erzählt hat, wir seien heute Flugbewegung Nummer 2 gewesen. Vor uns waren andere Deutsche da. Der Platz selber hat schon bessere Zeiten gesehen. Die meisten Gebäude sind eingefallen und verrottet, aber es gibt eine neue Tankstelle und genug Platz zum Parken.

Mit dem Taxi waren wir dann in 20 min in der Budapester Innenstadt, wo wir mit Blick auf die Burg und die Kettenbrücke im Marriott-Hotel abgestiegen sind. Ein netter Schuppen nur wenige Gehminuten von der Innenstadt und dem wohlverdienten ALB entfernt.

Insgesamt sind wir relativ flott unterwegs gewesen und haben für die Strecke 2,8 h Flugzeit gebraucht. Durchweg waren allerdings um die 20-30 kt Rückenwind. D.h. für den Weg zurück werden wir wohl deutlich mehr als 3 h brauchen.

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18 Apr2016

Augsburg – Egelsbach

  •   18. April 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDFE, EDMA

Jetzt bin ich schon seit zwei Tagen nicht mehr geflogen… hoffentlich habe ich nichts verlernt 🙂 … unser Flieger muss zur 2000 h-Kontrolle zur Werft nach Egelsbach, wo er beinahe komplett zerlegt wird (und hoffentlich wieder korrekt und komplett zusammengebaut).
Bei der Gelegenheit wird auch unser PowerFLARM durch ein TRX-1500A ersetzt, damit wir die Verkehrswarnungen in Zukunft auf dem G1000 bekommen und nicht mehr auf dem Mini-Flarm-Display. Ich bin schon gespannt, wie das Ding funktioniert. Das PowerFLARM hatte leider nur Antennen direkt am Gerät und war öfters etwas unzuverlässig. Das TRX bekommt Außenantennen.

Aber erstmal mussten wir in Augsburg wegkommen. Die D-ELDS hatte sich bei einem Rad der Luft entledigt und dadurch auch 25 Litern Sprit, die ausgelaufen waren, weil sie so schräg stand. Also musste erstmal die Augsburger Werft den Reifen erneuern, was auch schnell und professionell ging. So sind wir am frühen Nachmittag in der Luft gewesen, der Weg ist ja nicht allzu weit. Wir sind heute auch VFR geflogen, gemütlich in Augsburg über OSCAR raus und dann relativ direkt nach Egelsbach.

Bei FIS war nicht viel los, das Wetter war nicht gut genug (nicht sehr schön aber auch nicht grenzwertig), als das sich sonst groß jemand raus traut. Zwei sind dann von Norden kommend das Rheintal raufgeflogen und wollten nach Friedrichshafen (zur AERO). Die wurden dann beide von niedrigen Untergrenzen und immer schlechterem Wetter überrascht (lt. Funk).
Erst konnte ich es gar nicht richtig verstehen, wieso man da überrascht wird, zumal am Bodensee die ganze Zeit schon Regen war. Zu Hause habe ich dann mal die METAR-Historie gecheckt, da hatte es tatsächlich innerhalb einer Stunde von FEW021 BKN025 OVC031 auf SCT008 BKN020 OVC029 dicht gemacht. Beides jeweils bei 08/05 °C, da würde man auch nicht unbedingt erwarten, dass das so schnell geht. Was lernt man daraus: auf langen Strecken alle 30 min METARs checken ist doch nicht so übertrieben, wie ich selber manchmal denke (mache ich regelmäßig so). Die Pläne B-F für den Fall, das Plan A nicht funktioniert, sollten immer bereit liegen – insbesondere wenn nicht in ganz Deutschland Severe CAVOK ist. Beide waren übrigens dann nach Karlsruhe bzw. Lahr diverted.

Unser Anflug auf Egelsbach war dann ruhig, CTR-Crossing in Frankfurt ging aus irgendeinem Grund leider nicht, so sind wir einfach über ECHO reingeflogen und ruhig auf der 26 gelandet. Nachdem der Flieger bei Diamond abgestellt war, ging es dann erstmal zu Schuhbeck’s Check Inn zum verfrühten Abendessen und dann per Mietwagen wieder nach Hause.

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16 Apr2016

Friedrichshafen

  •   16. April 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDMA, EDNY, IFR

Jetzt war ich schon fast vier Wochen nicht in der Luft… bedenklich 😉
Um mal wieder raus zu kommen, ging es heute nach Friedrichshafen zum Kaffee trinken. Das Wetter war sehr schön, aber labil vorhergesagt. Wir sind trotzdem IFR geflogen, einfach um noch mehr Routine reinzubekommen.
Es ging in Augsburg ruhig auf der 25 los. Heute gab es sogar mal die Kempten-Departure. Die ist sonst eigentlich nie verfügbar – heute wohl schon. Das wäre damit selbst wenn man das Routing hätte vollständig fliegen müssen ganz effektiv gewesen: mehr oder weniger direkt nach Kempten VOR und von dort direkt nach Friedrichshafen.
Nach dem Start gab es aber relativ bald ein “direct Friedrichshafen”. Auf dem Hinweg haben wir dann ein paar Cumuli kaputt gemacht, die da im Weg rumstanden. Und auch das Stormscope geht noch: über dem Schwarzwald waren einige Gewitter unterwegs – von FL 70 konnte man die aufgetürmten Wolken auch schon sehen und dank Stormscope auch die Blitze auf dem G1000. Das war allerdings kein Faktor, da natürlich noch sehr weit weg.
Die Landung in Friedrichshafen auf der Piste 24 war dann auch angenehm ruhig und es gab dann einen Kaffee im Terminal.

Danach ging es dann genau umgekehrt zurück. Auf der 06 raus, die Departure nach Kempten und in Augsburg war auch mittlerweile die 07 in Betrieb. Also habe ich den Radarlotsen gleich gefragt, ob wir den GPS-Approach “out of MA012” machen können. Das ist ein Wegpunkt auf der Procedure, die den eigentlich nötigen Umweg nach Walda oder Maisach VOR komplett spart. So gings dann diesmal den GPS Approach nach Augsburg rein, die Höhen haben auch an allen Checkpunkten gut gepasst – also noch nichts verlernt…

Alles in allem ein schöner kleiner Ausflug – gut zum genießen und abschalten vom Alltag. Und auch noch was gelernt bzw. “verstärkt”: die Guard-Frequenz (121.5) sollte man wirklich immer drin haben. Zweimal hat die DFS einen Airliner “on guard” gerufen der auch dann jeweils geantwortet hat – vermutlich war der jeweils aus dem Empfangsbereich der eigentlichen Radar-Frequenz gerade draussen. Und einmal hat sogar die Bundeswehr jemanden gesucht mit “This is German Air Defence on guard. D-EABC if you read, contact us” – der hat allerdings nicht geantwortet, obwohl mehrmals gerufen.

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18 Mar2016

Berlin/Schönefeld – Augsburg

  •   18. March 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDDB, EDMA, IFR, Mehrere Tage

Heute ging es nach erledigten Terminen von Berlin wieder zurück nach Hause. Das Wetter war nicht gerade schön, am morgen war die Wolkenuntergrenze bei 800 ft und leichter Nieselregen. Die Wahl von Schönefeld als Ziel gestern war als goldrichtig. Wir müssen IFR abfliegen und bei den Untergrenzen würde es auch schwierig, sich irgendwie aus Schönhagen über einen Z-Flugplan “wegzumogeln”. Jedenfalls will ich das nicht machen, man liest und hört ja immer wieder, dass die Frage nach den Met Conditions einfach mit VMC beantwortet wird, obwohl man in IMC ist. Klar, das Verbot von IFR in Airspace G in Deutschland ist salopp gesagt “mumpitz”, aber was hilfts.

Wir sind dann am nachmittag nach Schönefeld gefahren, die Untergrenzen hatten dort immerhin etwas – auf 1100 ft – angehoben. Da hätte man mittlerweile fast VFR fliegen können 😉
Kurz getankt (“ja ich weiß das es kein AvGas gibt, will ich auch nicht” … “aber das ist doch ein Kleinflugzeug” … “ja, und? das nimmt trotzdem Jet A-1”), ging es auch schon los. Einzige Unwägbarkeit war der Wetterbericht, der leichte Vereisung im Stratus versprach. Allerdings waren die Tops bei 2500 – 3000 ft AMSL versprochen, die Suppe also maximal ca. 1700 – 2000 ft dick. Da sind wir erstens selbst bei MTOW heute bei 600 ft steigen in 3 – 4 min durch und zweitens spricht theoretisch die Bodentemperatur dagegen, dass im Stratus unter null Grad sind. Also sind wir gestartet, waren dann in 2:30 min durch den Stratus durch und an den Tops war 1 Grad – also nix Vereisung.

Das Gefühl, aus der grauen Suppe rauszukommen und die Sonne zu sehen und dann recht bald das Wolkenmeer unter einem ist dann schon sehr schön. Wie schnell man doch dem grauen Einheitsbrei unten entkommen und die Sonne genießen kann. Schon alleine dafür hat sich der ganze Aufwand, IFR zu machen, gelohnt!

Knapp über uns in FL 70 war dann noch eine relativ dünne Schichtwolkendecke, wir also genau dazwischen, mit Sichten bis zum Anschlag. Man konnte schon bald den Brocken aus den Wolken rausschauen sehen.
Südlich von Leipzig war dann die Grenze der Stratusbewölkung erreicht: die Sicht wurde deutlich schlechter, am Boden und auch in der Höhe war es ziemlich diesig, dafür konnte man aber eben genau nach unten den Erdboden sehen.

Wir sind dann immer so dahin geflogen, schon vor Hof hatte es ein “direct Walda” gegeben, also Autopilot an und genießen. In Nürnberg haben wir den anfliegenden Airliner-Verkehr gehört und beobaachtet, gegen den Dunst sehr nett anzusehen. Schon eine Zeit vor Walda waren wir für den Standard-ILS-Anflug auf Augsburg gecleared – da war IFR heute nicht viel los.

Der Anflug war dann genau gegen die tief stehende Sonne – man konnte also rein gar nichts sehen. Gut, dafür fliegen wir ja IFR… In Augsburg war dann jedenfalls noch einiges los und einige hatten da auch ihre Schwierigkeiten mit der Sicht – wie man dem Funk entnehmen konnte. Wir sind jedenfalls sehr ruhig gelandet, am Minimum war “runway in sight” – und ab dort reichts ja auch…

Fazit von zwei Tagen Terminen: Das haben wir ganz effektiv abgewickelt und das wäre mit der Linie so nicht gegangen und mit dem Auto eine Tortur gewesen. Dank IFR waren wir auch relativ wetterunabhängig. Macht Lust auf die nächsten Termine…

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17 Mar2016

Augsburg – Hannover – Berlin/Schönefeld

  •   17. March 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDDB, EDDV, EDMA, IFR, Mehrere Tage

Kaum zurück aus USA ging es heute schon wieder auf größere Tour: ich musste zur CeBit nach Hannover und nach Berlin um dort einige Termin wahrzunehmen. Und da sollte General Aviation mal zeigen, was sie drauf hat…

Wir wollten eigentlich gleich um 08:00 Uhr losfliegen, leider hat uns aber ein umgestürzter LKW auf der Autobahn den Weg zum Flughafen versperrt und wir sind erst um 09:30 Uhr in die Luft gekommen. Schonmal 1:0 für GA – den Linienflieger hätten wir einfach verpasst.
Das Wetter war in ganz Deutschland heute sehr schön, es gab zwar eine Inversion und Nebel war vorhergesagt aber nicht eingetreten. Wir sind dennoch IFR geflogen, das ist ja entspannter und ich will ja die Effektivität mit VFR vergleichen. Es ging dann also ruhig in Augsburg raus, recht bald gab es ein Direct nach UPALA (bei Nürnberg) und dann auch bald nach BOKSO (das ist neben Wernigerode). Unterwegs hat uns der Lotse dann bei Bamberg ein Heading 10 Grad nach rechts von unserem direkten Kurs gegeben “due to active ED-R”. Als wir dann querab der ED-R waren gab es gleich ein Direct zu einem Wegpunkt auf der Transition von Hannover. Echt entspannt… nix mehr um Lufträume kümmern…

In Hannover war dann die Landerichtung die 09 und wir wurden per Radar-Vectors auf das ILS von der 09R geführt. Dort war heute scheinbar gar nichts los, denn wir haben schon beim Frequenzwechseln von Bremen Radar nach Hannover Tower gleich die Landefreigabe bekommen. Da waren wir noch nicht mal “fully established”, sondern nur auf dem Localizer. Also noch so 13 NM draussen. Die Landung war dann auch sehr ruhig und es ging dann zur CeBit. Insgesamt war die Flugzeit nur 2:18 h.

Nach ein paar Terminen und aufgrund der Verspätung auch später als eigentlich geplant sollte es dann nach Berlin weitergehen – 2:0 für GA: der Flieger wartet auf uns und nicht umgekehrt.
Für Berlin war die Ziel-Findung gar nicht so leicht: Schönhagen oder Strausberg wären erste Wahl gewesen, aber bei Ankunft schon geschlossen – wir hätten PPR gebraucht, aber ob man das “on short notice” bekommt, habe ich noch nie probiert. Außerdem wird morgen das Wetter schlecht – bedeckt mit 800-1000 Fuß Untergrenzen ist angesagt. Und wir wollen morgen wieder nach Hause. Also brauchen wir einen Platz mit IFR-Abflug. Daher blieb eigentlich nur Berlin-Schönefeld.

Wir sind dann kurz nach 18:00 Uhr erst abgeflogen, 18:15 Uhr war Sonnenuntergang in Berlin, also würde es ein Flug in die Nacht. Der Abflug war wieder sehr ruhig, einmal in der Luft konnten wir den Flug in die Dunkelheit genießen. Ist schon ganz nett anzusehen, wenn man genau nach Osten, also quasi “ins Dunkle” fliegt. Das Routing war etwas blöd, dadurch das in Berlin-Tegel gerade Rushhour war, bekamen wir zuerst einen Wegpunkt in West-Polen, ähm… östlich von Berlin. Im Funk war keine Sekunde Pause und der Lotse meinte, nach einem Shortcut gefragt, nur, er schaut mal was er tun kann. Er hat uns dann tatsächlich knapp vor der Stadtgrenze von Berlin in Heading gegeben, was recht direkt zum FAF von Schönefeld führt. Immerhin, besser als nichts.

Zum Sightseeing war der Flug dennoch sehr schön, immer quasi an der Stadtgrenze von Berlin entlang, das schaut im Dunkeln schon ganz nett aus. Der Traffic war dann tatsächlich so groß, dass ein VFR-Flieger, der wohl Nachtflug machen wollte, erstmal ausserhalb der Kontrollzonen warten sollte (der war auch auf der Radar-Frequenz wegen Night-VFR). Wir kamen dann irgendwann zu “Berlin Director”, das wird ja normal nur benutzt, wenn es richtig busy ist. Die Lotsin dort hat uns dann aufs ILS von Schönefeld gevectored. Auf dem GPS-Track sieht man schön, dass sie uns noch einen kleinen Schlenker eingebaut hat, um eine RyanAir vor zu lassen. Insgesamt waren dann drei Maschinen gleichzeitig auf dem ILS – eine GermanWings, RyanAir und wir.

Das ist dann wohl zu viel für den BER… beim Umschalten auf die Tower-Frequenz meinte der Lotse erst zur RyanAir und dann zu uns, der Glideslope sei “belegt” durch ein anderes Flugzeug und wir sollten doch entweder einen Localizer-only-Approach machen, oder nach Sicht. Ich hatte sowas noch nie gehört, habe aber ja auch noch nicht so viel Erfahrung. Der RyanAir-Pilot kannte sowas aber wohl auch nicht, der meinte dann nur nach der Landung sie hätten keine Probleme beim Glideslope gehabt, worauf der Lotse meinte das sei halt der Umgang am BER mit der Situation, dass mehrere Flugzeuge gleichzeitg anfliegen. Das kann ja dann spassig werden, wenn der Platz erstmal richtig in Betrieb ist…

Wir hatten jedenfalls auch keine Probleme mit dem Glideslope (ist ja auch nicht zu erwarten) und sind ruhig gelandet. Die Pistenbefeuerung war allerdings so hell eingestellt, dass die am Boden stark geblendet hat und wir daher zwei Abrollwege verpasst haben, die zwar nicht für Airliner gedacht sind, aber die wir hätten leicht nehmen können.

Am GAT wurden wir dann freundlich empfangen und dann ging es mit dem Taxi in die Stadt, wo es bei Tony Romas “best ribs of America” und noch einige ALC (after landing cocktails) gab.
Fazit heute: Das wäre mit dem Auto so nicht machbar gewesen (ok, man hätte drei Uhr morgens losfahren können…). Mit der Linie oder der Bahn sicher auch nicht in der Effizienz und mit der lockeren Zeitplanung. Und IFR war nach Flugbuchvergleich wieder schneller (nach Hannover) bzw. genau so schnell (nach Berlin) wie VFR. Beide Strecken war ich schon VFR geflogen.

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07 Mar2016

USA-Exkurs: Palo Alto – Oceano – Palo Alto

  •   7. March 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KL52, KPAO, N566DS

Aller guten Dinge sind drei – das gilt natürlich auch beim Fliegen und daher bin ich heute nochmal in Palo Alto geflogen. Nachdem wir beim letzten Mal die großzügig erweiterte Bay Tour gemacht hatten, die uns in Richtung Norden führte, sollte es heute mal nach Süden gehen.
Max hat dazu vorgeschlagen, wir könnten ja nach San Luis Obispo fliegen und am besten immer an der Küste entlang dem Highway 1 folgen.

Wir sind also bei sehr schönem Wetter ruhig in Palo Alto gestartet und dann “über den Berg” an die Küste geflogen, wo heute auch richtig schönes Wetter war. Dann sind wir immer der Küste nach Süden gefolgt – über Monterey bis eben nach San Luis Obispo. Landschaftlich ist diese Gegend wirklich schön. Ab und an mal Strand, dann auch wieder wild zerklüftete Felsenküste und immer bergig. Ich hatte mir schon sagen lassen, der schönste Abschnitt vom Highway 1 sei von Santa Cruz nach Süden – also da wo wir heute entlang geflogen sind – und wahrscheinlich stimmt das auch. Wobei mir nicht so ganz klar ist, was man vom Auto aus da sehen soll außer rechts Wasser und links Berg. Aber gut… es gilt wieder mal dass man die wahre Schönheit einer Landschaft nur aus der Luft erkennt.

Nach 2 Stunden und gut 400 km Flug nach Süden waren wir dann in der Nähe von San Luis Obispo und Max meinte, wir könnten auf einem kleinen Platz direkt am Meer landen, anstatt auf den etwas größeren Platz in der Stadt zu landen. Der Platz heißt Oceano und liegt unmittelbar neben dem einzigen Strand in Kalifornien, an dem man mit dem Auto entlangfahren darf. Der Anflug war aufgrund eines drehenden, böigen Seitenwinds etwas holprig, die Landung aber trotz der Verhältnisse ganz in Ordnung. Am Boden haben wir dann festgestellt, dass man sich am Platz Fahrräder ausleihen kann – ganz originell: die stehen einfach in einer kleinen Hütte die mit einem Zahlenschloss verschlossen ist, der Code ist die UNICOM-Frequenz (also nur Piloten wissen es). Wir sind dann die ca. 1-2 km in den Ort geradelt und haben uns den Strand angesehen und einen Burger gegessen.

Danach ging es wieder zurück, schnell noch getankt an der Selbstbedienungs-Tankstelle und schon waren wir wieder in der Luft. Bemerkenswert: an dem Platz ist kein einziger Mensch. Der Rückflug führte dann die gleiche Strecke entlang, so konnte ich nochmal die schöne Landschaft genießen.

Nach dem letzten Berg konnte man schon in der Bay sehen, dass das Wetter (wie angesagt) schlechter wird. Entsprechend war es etwas bockig auf den letzten 10 min und auch in Palo Alto war unschöner böiger Seitenwind. So war die Landung auch dort etwas anspruchsvoll aber ganz in Ordnung.

Das war ein schöner Abschluss meiner San Francisco-Reise. Mit Max habe ich schon ausgemacht: beim nächsten Mal gehts mal nach Lake Tahoe oder Santa Catalina. Die Landschaft hier macht jedenfalls Lust auf mehr…

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