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26 Mar2019

Egelsbach – Hamburg

  •   26. March 2019. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDDH, EDFE, Mehrere Tage

Seit gestern ist die GIGA fertig und heute muss ich nach Hamburg – das trifft sich gut, also habe ich in Stuttgart noch einen Kollegen abgeholt, der mit nach Hamburg kommt und wir sind dann nach Egelsbach zu Diamond gefahren. Bei der Structural Inspection ist (zum Glück) nichts rausgekommen, aber als die GIGA so vollständig auseinandergebaut war, hat die Werft tatsächlich den Fehler vom Stormscope gefunden: am Höhenleitwerk war die Isolierung von einem Massekabel abgescheuert. Das wurde jetzt neu isoliert und die Kabelklemme ordentlich neu angecrimpt und jetzt geht es wieder. Beim Autopiloten war auch “nur” der Ausschalteknopf am Steuerknüppel defekt.

Nachdem wir die GIGA übernommen hatten, habe ich erstmal die G1000-Datenbanken aktualisiert. Aus den USA hatte ich mir neulich so ein Wombat von BadElf mitgebracht, damit kann man die Datenbanken (bzw. die SD-Karten) nur mit iPad/iPhone und ohne Laptop updaten. Das hat gut funktioniert und gefühlt hat der Jeppesen Distribution Manager sogar die Charts schneller mit dem Wombat kopiert als es sonst auf dem Laptop dauert. Das Ding ist zwar nicht gerade billig aber doch ganz nett, da kann man auch noch schnell vor einem Flug alles aktualisieren. Mit Laptop ist das immer ein größerer Aufwand.

Wir sind in Egelsbach auf einem Z-Flugplan losgeflogen, auf dem Weg sollte geschlossene Bewölkung sein, im Bergland aufliegend und gegen Abend sollte es in Hamburg noch schlechter werden. Nach dem Abflug mussten wir zuerst relativ tief bleiben, um den anfliegenden Verkehr auf Frankfurt zu unterqueren, als wir die Centerline von Frankfurt passiert hatten, ging es dann aber auch gleich hoch. Ich hatte Flugfläche 90 im Flugplan angegeben, wir waren bei etwa 7500 ft aus den Wolken rausgekommen, also passte das und wir sind schön in der Sonne so dahin geflogen. Je weiter wir nach Norden kamen, umso höher wurde dann die Wolkenobergrenze und irgendwann waren wir bei 9000 ft dann in den Wolken drin und damit im Eis: es war zwar nicht viel, aber es war Raueis drinnen. Also ging es erst auf FL 100 und später dann noch auf FL 110 hoch, um wieder über den Wolken zu sein. So bei Hannover waren die Wolken dann noch deutlich höher, wir sind dann aber auf FL 110 geblieben, die TKS-Enteisung funktioniert ja wunderbar, also war das Eis kein Problem und es war auch nur ein kurzes Stück, wo die Wolken so hoch waren.

Über der Lüneburger Heide war dann unter uns eine scheinbar geschlossene Wolkenschicht so bei 9000 ft, für Hamburg hatte ich in der ATIS Information P abgerufen, die “Trend Visibility 4000” versprach – also wohl einen Regenschauer oder sowas. Etwa 15 min später beim Frequenzwechsel habe ich mich dann mit Information P gemeldet, woraufhin der Lotse meinte, Information S sei aktuell. Das war etwas verwunderlich, da das ja (P-Q-R-S) 4 ATIS’se weiter war. Also haben wir die Info nochmal abgehört und jetzt war das vorhergesagte schlechte Wetter in Hamburg angekommen: 4500 m Sicht, Wind genau von der Seite mit 14 in Böen 22 kt, tiefe Wolken, Regen. Wir waren aber noch in der Sonne. Bei Uelzen haben wir dann den Sinkflug begonnen und ich hatte mich schon gedanklich auf IMC bis zum Boden eingestellt, aber die Wolkenschicht in 9000 ft war keine 500 ft dick. Darunter waren noch einige andere Schichten, aber es sah gar nicht so schlecht aus, man konnte teils bis zum Boden sehen.

Die zweite Schicht begann dann in ca. 7000 ft, die sah auch nicht sehr dick aus, dafür war dort aber ordentlich Eis drin (in der obersten Schicht war auch Eis, aber nicht der Rede wert). So ging es dann weiter auf dem Weg nach unten: in den ganzen Wolken, die wir durchquert haben, war überall Eis, abwechselnd mal Raueis und mal Klareis. Bis zum Erreichen der Nullgradgrenze hatten wir ungefähr 2 cm dick Eis drauf an den Stellen, wo keine Enteisung ist. Die Flügel war schön frei, das TKS funktioniert wunderbar. Leider ist diese Eisplatte dann bei Erreichen der null Grad am Stück weggeflogen, die wäre ein schönes Anschauungsobjekt für die verschiedenen Eis-Arten gewesen.

Der Anflug wurde jedenfalls bockiger, je näher wir nach Hamburg kamen und je näher wir auch dem Regen waren. Der begann erst unweit des Flughafens. Angesichts des böigen Windes hatte ich beschlossen, mit “halbem Gust-Faktor” schneller anzufliegen und auch nur die erste Klappenstufe zu benutzt. Die Landung war dann dennoch recht ruhig, aber wir mussten in dem Schietwetter aussteigen. Das hielt dann den ganzen Abend an, auch der Weg zum ALB im Steakhouse war noch verregnet. Insgesamt war der Flug aber eine schöne IFR-Lehrstunde und besonders der Landeanflug und die Landung waren auch wieder mal eine gute Seitenwind-Übung. Was ich immer wieder interessant finde, ist die “Optik” vom Wetter am Boden und in der Luft: in Hamburg war richtiges gräusliches Mistwetter, dunkel, regnerisch. Vom Landeanflug von oben aus betrachtet, war das aber keine 6000 ft dick, eher 4000 ft – d.h. die Wolken sind vielleicht 1-2 km hoch. Manchmal, wenn so ein richtiger Landregen ist, mit Nimbostratus-Wolken, dann kann es am Boden heller sein, die Wolken sind aber so 25000 ft dick, also 7-8 km.

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Musik von Gemafreie-Musik-Online.de

17 Nov2018

Egelsbach – Augsburg

  •   17. November 2018. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDFE, EDMA, Mehrere Tage

Nach dem Seminar in Egelsbach ging es dann wieder nach Hause. Das Wetter war gut – überall wolkenlos – und damit ein ruhiger Flug zu erwarten. Da es schon spät war und in die Nacht reingehen würde, sind wir gleich IFR (also auf einem Z-Flugplan) nach Hause geflogen.

Schon kurz nach dem Start in Egelsbach gab es die Clearance und den IFR-Pickup und dann haben wir die Strecke nach Augsburg abgespult. Dabei konnten wir wieder einen schönen Sonnenuntergang aus der Höhe beobachten, in Egelsbach war die Sonne am Boden gerade untergegangen, als wir losgeflogen sind. In der Höhe sieht man die ja noch etwas länger.

Der Anflug und die Landung waren dann auch ruhig und danach ging es mit vielen neuen Informationen wieder nach Hause, wo ich mir schon mal die nächsten Schritte für die Reise über den großen Teich überlegen kann…

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16 Nov2018

Augsburg – Kassel – Münster/Osnabrück – Dortmund – Siegerland – Egelsbach

  •   16. November 2018. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDDG, EDFE, EDGS, EDLW, EDMA, EDVK, Mehrere Tage

Morgen ist Nordatlantikseminar bei der AOPA in Egelsbach, zu dem wir angemeldet sind. Irgendwann muss man sich endlich ja ein bisschen intensiver auf geplante Reisen vorbereiten 😉

Nachdem das schon um 9 Uhr morgens los geht und das Wetter im November ja immer recht nebelsicher ist, wollten wir schon am Freitag anreisen. Also ging es heute von Augsburg nach Egelsbach. Allerdings hatten wir uns überlegt, wenn wir schon mit 2 Piloten unterwegs sind, könnte man ja einen kleinen Umweg einlegen und den Tag zum IFR-Trainingstag machen. Gesagt, getan ging es gemütlich los, es war außer etwas Hochnebel heute in Deutschland überall schön vorhergesagt und damit lagen ein paar entspannte und schöne Flüge vor uns.

Wir haben uns bei den Flügen dann jeweils abgewechselt. Also ging es mit mir als Copilot los – zunächst nach Kassel. Dort hatte ich noch einen Landegutschein übrig, wäre ja schade, wenn der verfällt. Nach dem Start ging es noch durch den Hochnebel über Augsburg, aber schon ab der Donau war es schön. Das erste Mal als Copilot konnte ich mich direkt mal aufs Fotografieren konzentrieren. Das war sehr entspannend und es war ein Genuss, einige Täler war noch mit Nebel zugelaufen, das finde ich immer wieder sehr schön anzuschauen.

Nach einer kurzen Pause in Kassel bin ich dann nach Münster/Osnabrück geflogen. Dort war ich noch nicht und der Flugplatz fehlt damit noch auf meiner Verkehrsflughafen-Liste (die angesichts der ganzen Auslandsflüge in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten ist). Die Landschaft dort oben kenne ich auch noch nicht, in den Nordwesten Deutschlands kommt man irgendwie nicht so oft. Wir sind dort auch nur kurz zum Bezahlen der Landegebühren und auf einen Kaffee ausgestiegen und dann ging es auch schon weiter nach Dortmund (wieder mit mir als Copilot).

Dort haben wir dann getankt und nach dem kurzen Tankstopp haben wir mit spitzen Bleistift die verbleibende Zeit geplant, denn wir mussten vor Einbruch der Nacht in Egelsbach sein. Ich wollte aber gerne – wo es schon auf dem Weg lag – nochmal in Siegerland landen. Der Platz fehlt nämlich auch noch auf meiner Verkehrsflughafen-Liste (warum auch immer der da überhaupt drauf steht). Also sind wir zügig von Dortmund dort hin geflogen, schnell gelandet, Gebühren gezahlt, Plätze getauscht und gleich wieder weiter nach Egelsbach.

Ich habe dann mal probiert, ob man sich den Umweg um Frankfurt sparen kann und per Midfield-Crossing am Frankfurter Flughafen nach Egelsbach kommt. Zeitlich hätte es zwar auch so gerade noch gepasst, aber warum nicht noch ein bisschen Spass haben und ein paar Minuten sparen. FIS hat den Durchflug dann abgeklärt und gleich genehmigt bekommen, also ging es dann von Norden mitten über den Frankfurter Flughafen und dann zur Landung nach Egelsbach. Ein “so haben wir uns das vorgestellt” von der Frankfurter Towerlotsin war ein nettes Lob.

Nach der Landung in Egelsbach ging es dann zum Abendessen noch in das neue Restaurant am Flugplatz. Das Schubecks ist ja schon eine Weile Pleite und auch die “Pferdetränke” als gutbürgerlicher Ersatz hat zu gemacht. Aber jetzt gibt es dort das Rodizio (http://rodizio-flughafen.de/) – einen Brasilianer. Das mussten wir natürlich gleich ausprobieren und wir wurden nicht enttäuscht. Gutes Essen, gute Drinks – da komme ich wieder. Nach 20 Sorten Fleisch vom Spieß und einigen ALC (After Landing Caipirinha) ging es gut gesättigt ins Hotel. Ich bin schon gespannt, wie morgen das Seminar wird.

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23 Aug2018

Lviv/Lemberg – Bratislava – Augsburg

  •   23. August 2018. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDMA, LZIB, Mehrere Tage, UKLL

Nach drei Tagen arbeiten aber auch Sightseeing in Lviv ging es heute wieder nach Hause. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, das Lviv die Reise wirklich wert ist. Die Stadt ist im Zentrum sehr schön und hat durch den langen KuK-Einfluss etwas herrschaftliches. Es gibt viel zu sehen und das Nacht- und Kneipen-Leben ist unglaublich. Alles ist für uns sehr günstig, unser 5-Sterne-Hotel war 4 deutsche Sterne wert und für 90 € pro Nacht auch nicht all zu teuer. Die Leute sind allesamt sehr nett und gastfreundlich.

Und am Flughafen angekommen hatte sogar das Tanken perfekt geklappt, unser Ansprechpartner von der Landung hatte alles organisiert, über den Handling-Agent kam der Tanker, wir waren so schnell wie noch nie im Ausland durch die Sicherheits- und Zollkontrolle und in null-Komma-nichts am Flieger. Die Rechnung war dann auch eine Überraschung: knapp 120 € für Landen, Parken, ATC-Anfluggebühr und Handling sind in Ordnung – mancher würde sich darüber sicher aufregen, aber angesichts der neulichen Nicht-Leistung am Berliner Flughafen für mehr als 200 € – geschenkt.

Beim Abflug haben wir dann mit der Lufthansa konkurriert, die mit Backtrack auf der Piste etwas schneller war und kurz vor uns in Richtung München rausging. Wir sind dann heute in Richtung Bratislava gestartet – es sollte auf dem Rückweg südlich um die Hohe Tatra rumgehen. Also waren wir noch eine Weile über der Ukraine unterwegs und wie schon beim Hinflug fällt auf, dass die Flächen dort nicht genutzt werden. Ich hatte die Kollegen in Lviv gefragt, warum das so ist und die meinten, es lohne sich nicht, die Flächen zu nutzen, die großen Anbaugebiete lägen in der Mitte der Ukraine und im Westen würde im Prinzip alles nur für den Eigenbedarf genutzt.

Etwas verwirrend waren dann die Höhenangaben von der Flugsicherung. Eigentlich nutzt man im Osten ja Meter, deswegen sind Füße und Flightlevel wohl für ATC verwirrend, wir mussten jedenfalls irgendwann das QNH auf 1013 stellen und in 10000 ft on QNH 1013 fliegen. Das Wort „flight level“ fiel nie. Irgendwann ging es dann über die slowakische Grenze und dort ging es in Fight level 100 weiter. Der Flug war ganz entspannt, das Wetter bis Bratislava noch sehr gut – Gewitter waren erst in Österreich und Deutschland vorhergesagt.

Der Anflug auf Bratislava war dann etwas anspruchsvoll – besonders im Endteil, da dort ziemlich böiger Seitenwind war. Das G1000 meinte 18 kt von rechts, trotzdem war die Landung ganz sanft.

Nach einem kurzen Tank- und Boxenstop ging es auch schon wieder weiter, mittlerweile hatten sich so einige Schauer und Gewitter gebildet, eines mehr oder weniger direkt auf unserem Weg in Richtung Augsburg. Zunächst haben wir noch versucht, das Ganze in 12000 ft zu überfliegen, das ging aber nicht, da der CB schon zu groß war. Wir waren zwar IFR unterwegs, aber trotzdem fliegt man ja nicht freiwillig in einen CB rein. Wir haben dann die Flugsicherung um Rat gefragt (südlich oder nördlich vorbei) und die meinten auch nur, das Ding würde immer größer, wir sollten ausweichen wie wir wollen, jede Richtungsänderung sei genehmigt. Letztlich war es dann am sinnvollsten, nach Norden und unten auszuweichen, also drunter durch. Obwohl wir dabei direkt über Wien und dem ja ziemlich geschäftigem Wiener Flughafen waren, ging das alles von Seiten der Flugsicherung ohne jedes Problem. Als wir dann dort vorbei waren, ging es wieder ruhiger weiter, die Schauer waren alle in Richtung Berge und wir also in ruhigem Wetter unterwegs. Über dem Münchener Flughafen waren dann die nächsten Schauer, der Münchener Lotse hatte uns gleich vorsorglich gesagt, das jedes Heading zum umfliegen genehmigt ist, solange es nach Norden um die Schauer rumführt – also nicht zum Münchener Flughafen ist. Das ist ja eigentlich logisch. Wir hatten dann aber Glück, einen kleinen Schauer auf dem Weg haben wir zum Fliegerwaschen genutzt und sind nur halbherzig drumrum geflogen.

Der Anflug auf Augsburg war dann insofern interessant, als dass wir per Radar-Vectors schon sehr weit draußen auf dem Localizer von Augsburg waren und ich im Autopilot schon auf Approach-Mode gestellt hatte. Das funktionierte aber nicht so recht, der Autopilot wollte dann wohl in extrem großen Schlangenlinien auf dem Localizer fliegen. Wieder was gelernt: Approach-Mode sollte man erst ziemlich spät aktivieren.

Fazit: ein schöner Ausflug, ein paar neue Länder beflogen und überall sehr professionelle Flugsicherung erlebt – und wieder keine anderen deutschen Flieger getroffen.

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20 Aug2018

Augsburg – Brno/Brünn – Lviv/Lemberg

  •   20. August 2018. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDMA, LKTB, Mehrere Tage, UKLL

Ich musste heute dienstlich in die Ukraine – nach Lviv (oder ehemals Lemberg). Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und dort selber hinfliegen habe ich mir gedacht. Zum Glück stand der Termin schon einige Zeit fest, denn einfach mal so in die Ukraine fliegen ist nicht. Das ist so ein Land, wo niemand groß hinfliegt, entsprechend gibt es auch kaum Berichte im Internet, wo man mal nachlesen kann. Also beginnt die Flugvorbereitung erstmal mit lesen der AIP – die gibt es von der Ukraine aus nicht im Internet, erst nach einer Weile habe ich rausgefunden, dass es die AIP anstelle von “halblegalen” Seiten, die man sonst so bei Google findet, auch legal und kostenlos bei Eurocontrol gibt (EAD) – denn die Ukraine ist auch bei Eurocontrol dabei. In der AIP steht jedenfalls: man braucht eine Einfluggenehmigung von den Behörden und die muss man ein paar Tage vorher beantragen. Das die EMail-Adresse in der etwas veralteten AIP, die ich zunächst gefunden hatte, falsch war, wusste ich schon, aber bei der neuen EMail-Adresse kam auch keine Antwort. Zum Glück hatte ich die beantworteten Fragen gemäß AIP nicht auf den letzten Drücker weggeschickt, sondern ein paar Tage vorher. Irgendwann war ich dann aber trotzdem etwas nervös und beim habe dann mal bei der Nummer angerufen, die in der (richtigen, aktuellen) AIP von EuroControl steht. Es entwickelte sich ein etwas bizarres Telefongespräch, in etwa so “Da ist kein Antrag eingegangen, wann wurde der denn geschickt?” “Vorgestern, Gestern, Heute früh und gerade eben nochmal.” “Nein da ist nichts … … bist Du der, der nach Lviv will?” “Ja, das bin ich.” “Da ist nichts angekommen!” “?!?!?!? Was muss ich denn dann schicken?” “Ich schicke ein Formular.” “Ok, ich geb Dir mal meine EMail-Adresse.” “Habs gerade geschickt.” “?!?!?!?” – es kam dann wenige Sekunden später eine Antwortmail auf meinen Antrag, mit dem Formular, das mit meiner Anfrage identisch war, bis auf die Tatsache, dass die ganzen Überschriften bei den Fragen nicht drin waren. Ich habe dann also alle meine Antworten nochmal in das Formular kopiert und dieses wieder zurück geschickt und einen Tag später kam ein Mail mit dem Inhalt “DAT/12/3456”. Ich habe es dann dabei belassen und nicht nachgefragt, denn das musste ja wohl die Genehmigungsnummer sein.

Gestern, beim Aufgeben der Flugpläne, habe ich dann in das DAT-Feld vom Flugplan (eigentlich für “Data communication capabilities”) diese Nummer eingetragen, was aber nicht geht, da dort nur Ziffern und Leerzeichen zugelassen sind. Also den “/” durch ein Leerzeichen ersetzt und bei DFS-AIS angerufen. Zum Glück war dort – nach etwas rumfragen – jemand da, der wusste, wie man das eintragen muss (natürlich nicht ins DAT-Feld…). Damit waren schonmal die Flugpläne aufgegeben und es konnte los gehen.

Heute sind wir dann früh in Augsburg gestartet, zunächst nach Brno (Brünn) als Zwischenziel. Nach Lviv ist nämlich ein ganzes Stück – 520 NM (etwa 1000 km) oder 3:20 h Flugzeit. Also ist eine Pause zwischendrin nicht schlecht. Da wollte ich die Chance nutzen, mal wieder in einem neuen Land zu fliegen (Tschechien) und ein neues Länderkürzel ins Flugbuch zu schreiben. Daher Brno, was etwa in der Mitte der Strecke und am Weg liegt. Das Wetter war zwar wolkenlos aber es war relativ dunstig, zumindest am Anfang. Wir sind trotz des guten Wetters IFR geflogen, zunächst die selbe Strecke wie nach Wien, Brno liegt ziemlich genau nördlich von Wien. Schon von der DFS gab es ein direct bis kurz vor Brno. Es ging also gemütlich dahin. Linz Radar wollte uns dann auf FL 100 haben – wegen einem militärischen Sperrgebiet auf dem Weg, hat dann aber mit der tschechischen Flugsicherung gleich koordiniert, das wir direkt zum FAF von Brno fliegen können. Dort war merkwürdigerweise die Piste 10 aktiv, obwohl 7 kt Rückenwind waren. Als wir dann kurz vor dem ILS-Intercept waren, meinte der Lotse dann, es wären jetzt 9 kt Rückenwind und ob wir das akzeptieren könnten. Angesichts der langen Piste sollte das kein Problem sein, also sind wir auch so gelandet. Wie erwartet sind wir ziemlich spät aufgesetzt und recht lange gerollt – die Hälfte der Piste haben wir so gebraucht (ca. 1200 m). Mit heftig Bremsen wäre es vielleicht auch in 1000 m gegangen, aber man sieht schön, das Rückenwind auf kurzen Pisten keine gute Idee ist.

Nach einem Kaffee für uns, Jet A1 für die GIGA und einer sehr unkomplizierten Ausreise-Grenzkontrolle ging es dann weiter in Richtung Lviv. Das Routing war nördlich um die Hohe Tatra, also über Polen, vorbei an Krakau und Rzeszow. Um Brno waren schon ein paar Schauer hochgepoppt, es könnte also wettermäßig spannend werden. Der Abflug war dann dieses Mal eine “visual departure” – also das Gegenteil des “visual approach” – man fliegt zwar formal IFR aber die Strecke muss als Sichtflug zurückgelegt werden, da es keine definierte Route gibt, bis man die Sektormindesthöhe erreicht hat. Die Anweisung war nur “right turn after departure, climb 3000 ft, direct to Holesov” (dem Ende der Abflugstrecke). Kurz hinter Holesov stand dann der erste TCU, denn wir vermieden haben. Weiter auf der geplanten Strecke in Richtung Nordosten sah es auch gar nicht so gut aus, aber es gab relativ bald eine Abkürzung bis querab Rzeszow und damit freie Strecke für uns. Wir sind zwar recht dicht an den vielen Schauern vorbeigeflogen, die sich über der Tatra gebildet hatten, aber wir mussten nur 2-3 Mal durch ein paar kleine Ausläufer davon durchfliegen. Hinter der Tatra war das Wetter dann wieder bestens und auch die Sicht war recht gut.

So konnte man dann gut die tolle neue Autobahn in Richtung Ukraine sehen, der wir im Prinzip gefolgt sind. Diese endet dann in einem großen Platz und danach kommt nichts mehr – das musste die Grenze sein. So krass habe ich bislang noch keine Grenze in Europa gesehen. Nicht nur, dass die Autobahn dort abrupt endet. Auch die Landnutzung: während in Polen viele Felder schon abgeerntet waren bzw. klar erkennbar war, dass die Flächen landwirtschaftlich genutzt werden ist auf ukrainischer Seite dann plötzlich nichts – Brachland. Selbst die Grenze sieht man: beiderseits ein Fahrweg, in der Mitte Busch-/Waldstreifen. Dabei war das ja gar nicht mal der eiserne Vorhang…

Nach der Aktion mit der Einfluggenehmigung hatten wir von der Flugsicherung nicht viel erwartet und waren dann positiv überrascht: gutes Englisch, effektives Radar-Vectoring auf das ILS, Höhenangaben in Fuss (obwohl in den AIP-Karten Meter stehen). Viel besser also als z.B. in Spanien. Wir sind dann also das ILS abgeflogen, was dort interessanterweise erst 1500 ft über Grund intercepted wird. Der Towerlotse hatte auch ein gutes Englisch, lediglich die Windgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde war ungewohnt. Darauf war ich aber schon vorbereitet und wusste das es in Knoten ungefähr das doppelte ist. Die Landung war dann ruhig, zum Abstellen ging es am alten Flughafengebäude vorbei, einem architektonischen Juwel aus der Stalinzeit.

Ziemlich überrascht war ich, das neben uns noch eine D-Exxx-Maschine stand. Normalerweise ist ja immer niemand dort, wo ich hinfliege. Die Bodencrew hat uns dann allerdings gesagt, die Maschine stünde nach einer harten Landung beschädigt schon seit 2 Jahren dort. Na Gott sei dank, hat sich heute doch niemand so weit rausgetraut. Zum Glück hatten wir dann heute schon die Idee zu tanken: “Tanken gibts nicht” meinte der Bodencrew-Leiter (es waren 4 Leute gekommen – Chef, Fahrer, Einweiser und vermutlich jemand von der Qualitätssicherung, der aus dem Auto alles beobachtet hat). Das es AvGas nicht geben würde, war mir schon klar, brauchen wir aber auch nicht. Wir haben ihm dann klar gemacht, dass wir den gleichen Sprit haben wollen, wie die Airliner. “Gibts nicht” war wieder die Antwort. Es stellte sich dann heraus, dass man nicht adhoc einfach tanken kann, sondern dass man das hätte vorher organisieren müssen. Der Kollege war zum Glück recht freundlich und konnte halbwegs englisch – er meinte dann, er würde mal einen Kollegen fragen, was man tun kann und sie würden das schon irgendwie hinbekommen. Er hat uns dann sehr schnell durch Grenzkontrolle und Zoll gebracht und dann seinen Kollegen im Terminal dazu geholt. Der war wirklich sehr nett und meinte dann, zum Tanken gäbe es eine ziemliche Bürokratie und er könnte aber schauen, dass wir über die Handling-Firma für die Business Aviation Sprit bekommen. Wir sollten uns mal keine Sorgen machen, er bräuchte nur eine Kopie von meiner Kreditkarte und der ersten Seite vom Pass. Naja, ein gewisses Vertrauen in die Menschen gehört dazu, also habe ich ihm das mal gegeben – zumal er mir auch gleich seine Handynummer, private Mailadresse und Visitenkarte (von der Flughafengesellschaft) gegeben hat. Mal sehen ob das klappt…

Danach ging es mit dem Taxi in die Stadt. Es scheint als haben die Beschreibungen im Internet nicht zu viel versprochen – Lviv ist wirklich schön. Im Krieg nicht zerstört hat es einen sehr schönen Stadtkern und es gibt unglaublich viele Kneipen und Restaurants, die auch alle sehr gut besucht sind. Nur Bier brauen können sie nicht… das erste ALB aus der heimischen Brauerei war jedenfalls für meinen Geschmack viel zu bitter. Das zweite und dritte im Restaurant war dann ganz gut, bei Preisen von umgerechnet 1 Euro für das Bier und 10 Euro für eine ganze Mahlzeit lässt es sich auch gut aushalten.

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08 Aug2018

Berlin/Schönefeld – Egelsbach

  •   8. August 2018. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-GIGA, EDDB, EDFE, Mehrere Tage

Nach dem Termin gestern sollte es heute wieder nach Hause gehen, die GIGA muss aber zur 100h-Kontrolle in die Werft, also ging es heute nach Egelsbach. Vorher gab es noch eine kleine Runde über Berlin, danach ging es dann IFR in Richtung Egelsbach.

Den Flugplan hatte ich bis kurz vor Egelsbach IFR aufgegeben (Egelsbach ist ja ein VFR-Platz). Ich wollte mal sehen, wie die Flugsicherung das mit dem Frankfurter Flughafen macht, denn wir mussten ja den Anflugbereich von Frankfurt queren.

In Schönefeld hatte der Lotse erst gefragt, ob wir auch eine Visual Departure machen könnten (also quasi zwar IFR aber nach Sicht und nicht auf einer veröffentlichten Strecke). Angesichts von Severe CAVOK wäre das kein Problem gewesen, aber letztlich wollte das die Flugsicherung dann doch nicht. Also sind wir auf einer normalen SID gestartet, kurz nach dem Abheben gab es gleich eine Abkürzung und ein Direct bis ungefähr nach Erfurt. Also war der Flug entsprechend ruhig und es gab genug Zeit für Sightseeing. Es ging dann an Leipzig vorbei nach Erfurt und über den Thüringer Wald nach Fulda. Durch die Trockenheit sind die Felder in der Leipziger Tieflandsbucht alle schon ziemlich gelb/braun. In der Elbe war auch sehr wenig Wasser.

Bei Fulda kommt man dann langsam in die Nähe vom Frankfurter Anflugbereich und der Lotse hat uns dann relativ früh zum Spessart NDB geschickt, also quasi einen Haken nach Süden fliegen lassen. Außerdem waren die Sinkfreigaben eher so, dass wir sicher NICHT im Airspace C von Frankfurt fliegen – im Gegensatz zu Berlin, wo der Lotse uns ja die ganze Zeit drin haben wollte. Ein paar Mal gab es dann die Nachfrage, wann wir denn jetzt IFR Canceln wöllten (darf der Lotse nicht). Irgendwann habe ich dann (endlich) gecancelt und wir sind noch nach Egelsbach geflogen und dort bei wenig Verkehr gelandet.

Dann gab es noch ein Essen in der Pferdetränke und danach ging es dann mit dem Auto nach Hause, bei wahnsinniger Hitze – in Egelsbach waren 35 °C, im Rheintal so bei Heidelberg dann 39 °C. Im Anflug war es auch ziemlich warm, da wäre eine Klimaanlage im Flieger nicht schlecht gewesen…

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