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Über den Wolken...

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31 Aug2013

USA: Nassau (Bahamas) – Fort Pierce – St. Augustine

  •   31. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KFPR, KSGJ, Mehrere Tage, MYNN, N371RH

Nach einem vollen Tag in Nassau – der für die Stadt auch vollkommen ausreichend ist – ging es heute wieder zurück in die USA nach St. Augustine. Nassau ist als Stadt eher enttäuschend und das 1,5 Mrd. $ teure Atlantis-Resort ist durchaus eine Besichtigung wert, aber im Vergleich zu dem was wir bisher von den Bahamas gesehen haben, eben eher Massenabfertigung und wenig unberührte Natur.

Wir sind schon früh zum Flughafen gefahren, weil es am Vortag wieder den ganzen Tag Gewitter gab und wir noch vor den Gewittern weg sein wollten. Das Wetter war dann auch sehr schön. Wir haben unseren Flugplan aufgegeben und den Zoll erledigt. Die Bahamas sind kreativ im Einnehmen von Gebühren, wenn man anreist muss man 50 $ Zollgebühr zahlen und bei der Abreise dann eine “Abreisegebühr” von 25 $ pro Person. Dann muss man noch die Einreise in die USA vorbereiten. Das ist auch nicht so leicht, da CBP (Customs and Border Protection) nicht unbedingt die kundenfreundlichste Behörde ist. Man muss zuerst per Internet seine Anreise avisieren, das ist im Prinzip das gleiche wie auch die Fluggesellschaften machen. Dann muss man beim Zoll auf dem Flugplatz, wo man landen will, anrufen und dem Officer sagen, das man bald kommt. Schließlich muss man noch die ADIZ (Air Defense Identification Zone) passieren. Das geht nur mit einem speziellen Transpondercode, den man letztlich vom Militär bekommt.

Nach all dem Papierkram sind wir dann gestartet und in Richtung Berry Islands geflogen. Die kommen auf dem Weg nach Freeport und sind ähnlich wie die Exumas kleine Inselchen auf der Grand Bahama Bank. Danach lagen dann 65 NM Wasser vor uns. Heute war das Wetter zwar gut, die Sicht aber nicht so. “Nur” geschätzte 20 km. Auf dem offenen Meer wirkt sich das aber durchaus negativ aus, dann hat man noch weniger Horizont als sonst. Im Prinzip ist um einen rum nur noch blau-grau-blaue Masse. Unten blaues Wasser mit Übergang in den gräulich wirkenden Dunst und dann Übergang zum blauen Himmel. Klarer Horizont – Fehlanzeige. D.h. im Prinzip fliegen nach Instrumenten oder aber “George” fliegen lassen.

Grand Bahama Island war dann, dank mittlerweile viele Cumuli unter uns und der schlechten Sicht in der Gegend, auch erst ca. 10 NM vor der Küste in Sicht. Wir sind dann der Küste das kurze Stück in Richtung West End gefolgt und dann ging es auch schon wieder raus aufs offene Meer. Hier war die Sicht aber deutlich besser und wir haben schon recht bald die Küste von Florida gesehen und sind daher etwas nach Norden abgedreht, um nicht in den Verkehr von Palm Beach zu kommen. Dann sind wir bis Fort Pierce der Küste so etwa 1-2 NM auf dem Wasser draußen gefolgt. Die Landung in Fort Pierce war dann trotz etwas Seitenwind angenehm ruhig.

Danach ging’s zum Zoll. In Fort Pierce ist nicht sonderlich viel Verkehr, also ist der Zoll auch nicht sonderlich beansprucht. Ich schätze mal, so 7-8 GA-Flugzeuge werden da pro Tag schon kommen 😉 Wir waren alleine da, haben alles aus dem Flieger ausgeladen und in das Gebäude geschleppt, dann einen netten Plausch mit dem Grenzbeamten gemacht, über seine Enkelin, die Bahamas und das Wetter, während er am Computer seine Arbeit gemacht hat. Dann ging’s zu seinem Kollegen vom Zoll, der nur meinte, da ist der Ausgang und die FBO von nebenan hat gutes Essen und schleppt auch das Flugzeug vom Zollparkplatz zu ihrem eigenen. So kann’s also auch gehen… nett und extrem unkompliziert.

Nach dem Essen bei der FBO sind wir dann in Richtung St. Augustine gestartet. Das Wetter war hier heute sehr konvektiv, also schon einige Schauer und teilweise auch etwas bockig. Es ging also immer der Küste lang nach Norden, immer unter den Wolken. Bei Daytona kommt dann ein Luftraum C und ich habe mich heute mal durch getraut… Man hört sich in den Funk doch recht schnell rein und weiß dann, so wie in Deutschland auch, was der Lotse wohl gesagt hat (sowas wie ein Ähnlichkeitsalgorithmus, Nicht-Piloten verstehen immer nichts vom Funk). Vor St. Augustine stand dann auch das erste Gewitter im Weg. Dank G1000 war es aber kein Problem, da ohne großen Umweg drumrum zu navigieren. So sind wir dann mit ziemlich merkwürdigem Wind (im Final fast 17 kt von der Seite, am Boden nahezu windstill) ruhig gelandet.

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29 Aug2013

USA: Exuma Intl. – Nassau (alles Bahamas)

  •   29. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, Mehrere Tage, MYEF, MYNN, N371RH

Nach zwei sehr schönen Tagen auf Exuma mussten wir heute weiter fliegen. Es sollte heute in die Hauptstadt der Bahamas – nach Nassau – gehen.

Zunächst hatte ich befürchtet, es würde wieder so ein Tag werden wie auf unserem Hinflug nach Exuma. Seit gestern Abend hatte es gewittert, die ganze Nacht hindurch und das (oder die) Gewitter war dabei von unserem Balkon aus von links nach rechts gezogen. Schon interessant, so langlebige und vor allem nahezu stationäre Gewitter gibt es bei uns gar nicht. Die Sonne am morgen hat es dann aber kaputt gemacht und laut Sat-Bild (die Webseite vom Bahamas-Wetterdienst geht immer noch nicht) war das wieder so eine große Ansammlung von Gewittern die von Exuma bis rauf nach Freeport gereicht haben. Dank Sonne sind die aber nach und nach alle in sich zusammen gefallen.

Wir konnten dann bei schönem Sonnenschein in Exuma starten. Dort gab es erfreulicherweise Benzin und wir konnten uns 41 Gallonen davon gönnen. Es wären also noch 12 Gallonen oder etwa 1:15 h im Tank gewesen. Nachdem ich nicht genau wusste, wann das G1000 “Low fuel” anzeigt, also wieder was gelernt: genau wie bei den “alten” Cessnas, low fuel heißt etwa eine halbe Stunde ist noch im Tank…

Der Weg ging dann bei bester Sicht und nahezu wolkenlosem Himmel die Exuma-Cays wieder hoch bis nach Normans Cay. War die Landschaft bei dem schlechten Wetter vor zwei Tagen schon schön, war es heute noch besser. Noch viel mehr Azur- und Blautöne. Die Werbung mit “atemberaubend schön” stimmt schon. Sieht man allerdings nicht so, wenn man mit der Linie anreist oder nur nach Nassau fliegt, wie wohl die meisten Leute. Schade eigentlich.

Bei Normans Cay ging’s dann wieder raus aufs Wasser, 30 NM über Wasser bis nach New Providence Island (auf dem Nassau liegt) waren angesagt. Wir sind also von unseren 1400 ft “Sightseeing-Höhe” auf 4500 ft gestiegen und haben uns dann bei Nassau Approach gemeldet. Dort war sehr viel los, ganz klar, fliegen doch die ganzen “Inselhüpfer” alle von Nassau aus die Leute breit. Bald kam dann auch New Providence in Sicht und es gab richtig professionellen Service mit Radar Vectors bis zum Flughafen. Wir sind dann sehr ruhig dort gelandet und die örtliche FBO hat uns in Empfang genommen und ein Limo-Service standesgemäß ins Hotel gebracht 😉

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26 Aug2013

USA: Governors Harbour – Staniel Cay – Exuma Intl. (alles Bahamas)

  •   26. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, Mehrere Tage, MYEF, MYEM, MYES, N371RH

Heute sollte es von Governors Harbour weiter gehen, zum nächsten Ziel: Georgetown auf Exuma. Genauer eigentlich: den Exumas. Die Exumas sind eine Kette von hunderten kleiner und größerer Inseln und Georgetown ist ganz im Süden die größte der Exuma-Inseln.

Das Wetter wollte heute allerdings nicht so richtig mitspielen. Wir sind am Vormittag nach Governors Harbour zum Flugplatz gefahren und es stand in der Nähe ein Gewitter, was wir noch abwarten wollten. Wetterdaten gibt es auf den Bahamas nicht wirklich, die Wetter-Webseite vom Department of Meteorology ist seit Tagen nicht aktualisiert… Easy going halt…
Wir haben also 1 Stunde gewartet und es wurde nicht besser, dann kam einer der täglichen kleinen Linienflieger aus Nassau und ich habe den Piloten gefragt, wie das Wetter sei: “Horrible” meinte er nur. Gute Aussichten also. Die Sat-Bilder von den USA decken die Karibik mit ab und haben einen Wasserdampf-Kanal. Immerhin ein Anhaltspunkt wo und wieviel es regnen könnte. Das sah dann gar nicht gut aus, über Andros (an der Westseite der Bahamas) stand wohl so eine Art Superzelle, die sich immer weiter ausgedehnt hat.

Nächstes Problem: Entgegen der Angaben auf Karten, Jeppesen und Luftfahrthandbuch gibt’s kein Benzin. Angeblich in North Eleuthera, genau dort wo die dicken Gewitter stehen. Für ca. 2:30 Stunden haben wir noch Vorrat, bei direktem Kurs und 1:10 h Flugzeit sollte das also reichen. Schön ist es aber nicht.

Wir haben also noch 3 h gewartet und tatsächlich wurde es etwas heller und regnete nur noch leicht. Wir sind dann gestartet und wollten wenn möglich auf direktem Weg nach Georgetown fliegen. Im Süden von Eleuthera angekommen konnte man aber schon sehen, dass das Wetter genau nach Süden zieht, also dahin, wo wir hin wollten. Höher also um die 2000 ft steigen ging wegen der Wolken aber nicht und 50 NM übers offene Meer in der Höhe und im Regen wollte ich auch nicht. Daher sind wir dann von Eleuthra immer der Grand Bahama Bank – dem großen Korallenriff – gefolgt. Dort gibt es immer wieder Sandbänke, so das man im Falle einer Notlandung wenigstens halbwegs an Land wäre. Das Ganze bedeutete allerdings etwa 30 min Umweg. Da war jetzt auch noch Fuel-Management angesagt und möglichst spritsparend fliegen.

Bald kamen dann die ersten Exuma Cays in Sicht, die trotz des Regens ganz gut war. Landschaftlich war die Entscheidung, so zu fliegen, jedenfalls goldrichtig. Das azurblaue Wasser, die ganzen Sandbänke und dazwischen die vielen kleinen Inselchen sind wunderschön anzuschauen. Postkartenmotive von einem Karibiktraum für die nächsten 100 NM… 🙂

Das Wetter wurde auch immer besser, sprich weniger Regen. Bis ca. 45 NM vor Exuma. Erst sah es so aus, als ob man nur wieder in Regen fliegt, dann plötzlich 2-3 starke Blitze mit entsprechendem knacksen im Funk. Da konnten wir unmöglich rein fliegen. Die Cays haben zum Glück alle Nase lang einen Flugplatz und wir waren gerade über Staniel Cay und unter uns der Flugplatz – also spontane Landung. Ich hab schnell noch in meinem Bahamas Guide nachgesehen: visiting pilots welcome, caution: often strong crosswinds. Also einer der Plätze, wo es immer sehr starken Seitenwind gibt. Naja, hilft ja nichts… Das G1000 hatte in Platzrundenhöhe über dem Platz gemeint 9 kt Wind von vorn, 3 kt von rechts. Beim Sinken im Endteil wurde dann der Seitenwind tatsächlich immer stärker, bis 14 kt. Der Windsack hing aber mehr oder weniger runter, das hatte ich von oben gesehen. Die Landung war dann ganz in Ordnung, wir haben uns vom Seitenwind zur Bahn hindriften lassen und sind recht ruhig gelandet.

Unten war dann noch ein anderer Pilot, der in Richtung Nassau fliegen wollte und auch wegen dem Wetter festsaß. Er wollte wissen, wie das Wetter in Richtung Nassau war und ist dann gestartet, als er gehört hat, das es gar nicht so schlimm war, wie es aussah. Wir aber mussten warten… wieder mal. Am Boden war auch noch die “FBO” geöffnet, eine kleine Hütte, wo man immerhin was zu trinken und Snacks kaufen konnte und die mit Monique besetzt war, einer netten Bahamianerin (sagt man so?), mit der wir uns sehr nett unterhalten haben.

Nach etwa einer Stunde mussten wir dann allerdings wirklich weiter, wollten wir nicht in Staniel Cay festsitzen. Das Gewitter war auch mittlerweile abgezogen und es war in unsere Richtung hell.

Also sind wir wieder gestartet und wollten die restlichen knapp 50 NM Luftlinie wieder den Keys lang folgen. Nach etwa 10 min Flugzeit dann die Überraschung: Das Gewitter war immer noch da. Und wenn wir den Keys folgten, würden wir genau reinfliegen. Umkehren wäre allerdings auch blöd, denn in Staniel Cay gibt es kein Benzin und wir haben nicht mehr so viel… Also sind wir raus aufs Wasser geflogen und in einem großen Bogen um das Gewitter drumrum, in der Hoffnung dass es nicht so groß ist und bis nach Georgetown reicht. Das hat es dann auch nicht und wir konnten – wieder 10 min vor Sonnenuntergang – ruhig in Exuma Intl. (Georgetown) landen.

Dort kam dann (wieder) ein netter junger Mann und meinte der Flughafen würde jetzt gleich schließen und wir könnten froh sein, dass er noch da ist und uns raus lässt.

Alles in allem war es also aufgrund des Wetters und am Ende wegen des Spritvorrats ein wenig abenteuerlich, aber landschaftlich tatsächlich einmalig. Für mich gilt jetzt schon: wenn man mal in die Karibik will, dann auf die Art wie wir reisen. Wer in die Dominikanische Republik oder nach Kuba fliegt und dort 2 Wochen all inclusive am Strand liegt, der hat nichts gesehen, rein gar nichts…

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24 Aug2013

USA: St. Augustine – Ft. Pierce – Freeport (Bahamas) – Governors Harbour (Eleuthera, Bahamas)

  •   24. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KFPR, KSGJ, Mehrere Tage, MYEM, MYGF, N371RH

Nachdem ich gestern nochmal kurz geübt hatte, ging es heute wie geplant auf die Bahamas. Wir haben allerdings die Reihenfolge unserer Ziele etwas umsortiert, weil auf den Bahamas wohl Lebensmittel etwa 3x so teuer wie in den USA sind (wo es für unsere Verhältnisse ja schon sehr teuer ist). Wir wollten also möglichst viel schon auf die einsameren Orte mitnehmen und sind daher nicht zuerst nach Nassau geflogen.

Wir sind am Morgen nach St. Augustine zum Flugplatz gefahren, um alles in den Flieger zu laden und zu starten. Das Wetter war schon wieder recht bescheiden, mit Schauern und Gewittern südlich und nördlich von St. Augustine. Nur nach Westen sah es heller aus. Wir sind also gestartet, mussten aber recht tief fliegen, um unter den Wolken zu bleiben. In den USA gibt es keine Mindestflughöhe, so konnten wir in z.T. nur 700-800 ft unter den Wolken durchtauchen. Außerdem mussten wir recht weit nach Westen fliegen, um um das große Gewitter südlich von St. Augustine drumrum zu kommen. Zum Glück haben wir aber einen G1000-Flieger mit allen Segnungen der Technik, in dem Fall Weather Data Link, was NEXRAD (Regenradar), Blitzkarte und sogar Satellitenbild als Kartenoverlay bietet. Damit ist es dann relativ leicht, um Schauer und Gewitter zu navigieren, die Radarbilder werden auch alle 5 min und die Blitzdaten jede Minute aktualisiert.

Es ging also mit einem großen Schlenker nach Westen wieder zurück in Richtung Titusville, um frei vom BRAVO-Airspace von Orlando zu bleiben. Titusville ist leicht zu finden, man muss einfach in Richtung Vehicle Assembly Building fliegen. Das ist das Gebäude, wo die NASA die Raketen zusammenbaut. Das ist so riesig groß, das man es sehr leicht auch aus großer Entfernung entdecken kann. Von Titusville ging es dann weiter nach Süden, immer wieder an ein paar Schauern vorbei nach Fort Pierce. Dort wollten wir Pause machen und unseren Flugplan auf die Bahamas aufgeben.

Wir sind also in Fort Pierce gelandet und der Funk hat auch ganz gut geklappt. Man muss sich eben nur etwas reinhören. Nach der Landung haben wir dann im Restaurant von der FBO (das ist quasi sowas wie das GAT bei uns) etwas gegessen und ich wollte noch etwas Bargeld holen. Der nächste Automat war etwas entfernt und für diesen Zweck hält der FBO natürlich ein kostenloses Crew Car bereit, nicht das man noch laufen muss…

Dann haben wir unseren Flugplan nach Freeport (Bahamas) aufgegeben und sind wieder gestartet. Es ging dann bei schönem Wetter rauf auf 5500 ft, auch um im Falle einer Notwasserung noch etwas mehr Gleitdistanz zu haben. Und auch die Schwimmwesten haben wir logischerweise schon angelegt. Bei Palm Beach ging es dann raus auf den Atlantik. 70 NM Wasser lagen vor uns, also etwas mehr als 40 min Flugzeit. Man hat also nur recht kurz gar kein Land mehr in Sicht, da man insgesamt etwa 25-30 NM Sicht hat. Wir sind dann in Richtung West End auf Grand Bahama Island geflogen, von dort sind es dann noch ca. 30 NM bis nach Freeport. Einer der Fluglehrer in St. Augustine hatte Freeport als hässlichste Stadt auf den Bahamas beschrieben und optisch stimmt das auch. Viel Industrie und Hafen, wenig malerische Küste. Also stimmen wohl auch die ganzen schlechten Hotelbewertungen auf TripAdvisor.

Über dem Flughafen von Freeport stand dann der einzige Schauer weit und breit. Man konnte die Landebahn auch von unserer Seite aus wegen dem Regen nicht sehen, also sind wir da noch so weit es ging drumrum geflogen und der Lotse wollte uns auch in Sicht haben. Dann im 4 NM-Final noch durch die dicke Dusche, die Landung war dann nur noch in leichtem Regen. Am Boden stand allerdings das halbe Vorfeld 5-10 cm unter Wasser, genug das die Möwen drin baden konnten.

Dann haben wir die Einreise erledigt. Der Bahamanische Zoll ist recht entspannt, alles locker und einfach. Einreisepapier ausfüllen, Zollerklärung ausfüllen, 50 $ Zollgebühr zahlen – fertig. Gepäckkontrolle oder sowas gibt’s nicht.

In Freeport wollten wir nicht bleiben, mussten den Zoll dort aber erledigen, da der Zoll an den Zollflugplätzen nur von 10-17 Uhr offen hat und es bei unserer Ankunft schon 16:45 Uhr war. Wir haben uns also kurz erfrischt und in unserem geplanten Hotel auf der Insel Eleuthera das Zimmer telefonisch gebucht. Dann schnell den Flugplan aufgegeben und wieder los. Nachtflug ist auf den Bahamas verboten und wir hatten noch sehr exakt 2 Stunden bis Sonnenuntergang bei geplanten 1:30 h Flugzeit.

Der Lotse in Freeport hatte dann unseren Flugplan nicht, obwohl die Dame vom Terminal ihn irgendwo hin gefaxt hatte. Also den Plan nochmal per Funk aufgeben, worauf der Lotse dann erst meinte, ob wir wüssten, dass in 1:50 h die Sonne untergeht. Ich habe dann gefragt, ob er meint, dass die Zeit bis zum geplanten Flugplatz vielleicht zu knapp ist, worauf er wiederum meinte, wenn ich sicher bin, dass wir es in 1:30 h schaffen, würde es schon noch hell genug sein.

Also sind wir gestartet, wussten aber, dass wir uns ziemlich beeilen müssten. Es waren genau 149 NM auf direktem Kurs, mit 100 kt Geschwindigkeit gerechnet also eben 1:30 h. Wir sind dann wieder auf 5500 ft gestiegen und haben das GPS auf direkten Kurs gestellt. Mit flotten 115 kt ging es dann dahin, immer übers Wasser. Man hat aber immer wieder Land in Sicht oder eines der vielen Kreuzfahrtschiffe, so dass es gefühlt kein besonders großes Risiko ist. Einmal mussten wir einem Schauer ausweichen, so dass die geflogene Strecke also etwas länger wurde.

Nach 1:15 h waren wir dann über der Insel Eleuthera angekommen und haben über North Eleuthera Airport aus der Reiseflughöhe unseren Flugplan geschlossen. Das muss man hier aus größerer Höhe machen, da es sonst keine Funkabdeckung gibt. Von dort waren es noch 15 min bis Governors Harbour, unserem Ziel. Wir sind dann also gesunken und die Sonne war schon am Untergehen. Die Infrastruktur auf den Bahamas ist wohl auch nicht so ganz mit europäischen Standards zu vergleichen, obwohl eigentlich befeuert, ging die Landebahnbeleuchtung nicht an. Zum Glück war es aber noch hell genug. Wir sind also sehr ruhig und einsam in Governors Harbour gelandet – exakt 10 min vor Sonnenuntergang, also eine Just-in-Time-Produktion 😉

Zum Glück war auch noch jemand am Flugplatz. Eine nette Dame, die meinte sie wollte eigentlich schon nach Hause weil ja jetzt schon dunkel wird, aber sie hätte uns im Funk gehört und hat gewartet und jetzt müsste sie ja wegen uns noch Überstunden machen. Sie hat dann aber trotzdem ein Taxi besorgt und ihre Familie (Mann und Sohn) hat beim Ausladen geholfen. Und die 5 $ für ihre “Patience” haben ihr die Überstunde auch noch versüßt…

Nachdem es hier kaum Dämmerung gibt, sind wir dann im dunklen mit dem Taxi in unser Hotel gefahren, den SkyBeachClub (www.skybeachclub.com). Das ist augenscheinlich sehr schön, luxuriöse Zimmer und Blick aus dem Zimmer direkt auf den Ozean.

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23 Aug2013

USA: NASA Shuttle Landing Facility

  •   23. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KSGJ, KTTS, Mehrere Tage, N371RH

Bevor wir auf die Bahamas starten, wollte ich gerne nochmal einen Flug mit Lehrer machen, um noch ein wenig besser in den Funk reinzukommen. Das Wetter war auch heute wieder nicht sonderlich berauschend, mit vielen Gewittern und Regen, aber am Nachmittag haben wir uns trotzdem raus getraut.

Als Ziel hatte ich mir etwas besonderes rausgesucht: Das NASA Shuttle Landing Facility, sprich die Landebahn in Cape Canaveral, wo früher immer das Space Shuttle gelandet ist. Diese Bahn ist mit fast 6 km Länge und 100 m Breite eine der größten Landebahnen der Welt. Man kann zwar nicht landen, aber immerhin Low Approach machen.

Wir sind also in St. Augustine aufgebrochen – bei leichtem Regen und dann erstmal ins Helle geflogen. Zum Glück fliegen wir auch hier mit einer Cessna mit dem G1000-Glascockpit und haben hier deswegen auch Wetterradar, Traffic und Bodenrollkarten auf dem Bildschirm. Das ist schon sehr nett und das hätte ich in Deutschland auch gerne…

Wir sind auf 5500 ft gestiegen und dann immer mit direktem Kurs auf Cape Canaveral. Wir mussten dabei einige Schauer umfliegen, aber der Flug war trotzdem sehr angenehm und ruhig. Nach ca. 30 min Flug konnten wir auch das Vehicle Assembly Building und daneben die Shuttle-Landebahn sehen. Beides gigantisch groß, denn wir waren noch 25 NM entfernt…

Wir haben dann bei der NASA reingefunkt… keiner mehr da… “Treat ist as class G airspace” meinte daraufhin Darren, mein heutige Fluglehrer. Also haben wir blind Verkehrsmeldungen abgesetzt, aber es war niemand anders da. Wir hatten also auch ein 20 NM-Final um aus 5500 ft direkt zur Bahn zu sinken. So müssen sich die Astronauten im Shuttle auch gefühlt haben beim Anflug. Und die Bahn ist so riesig, 10 NM draußen kam mir optisch so vor, wie im kurzen Endteil von Augsburg. Also nicht irritieren lassen und gleichmäßig nach Instrumenten sinken…

Der Low Approach musste dann 100 ft über der Bahn bleiben, die wir aber komplett bis zum Ende abgeflogen sind. Und aus der Nähe ist die Bahn auch einfach nur eins: riesig groß.

Danach ging es wieder auf annähernd gleichem Weg zurück nach St. Augustine, wo ich dann das erste Mal den Funk komplett ohne Hilfe gemacht habe. Hat ganz gut geklappt, braucht aber noch etwas Eingewöhnung…

Alles in allem ein schönes Erlebnis und es gab von Darren auch noch ein paar gute Tipps.

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22 Aug2013

USA: Checkout und BFR

  •   22. August 2013. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KSGJ, Lokaler Flug, Mehrere Tage, N371RH

Heute musste noch der Checkout für die Flugschule und der BFR (Biannial Flight Review), also der Checkflug mit Jeff, meinem Fluglehrer, nachgeholt werden.

Ich habe also gelernt, was man in Amerika beim Außencheck und vor dem Start alles anders als bei uns macht: Alle Lichter werden überprüft – in Deutschland benutzt die keiner, also guckt auch keiner, ob sie gehen. Und man prüft auch, ob z.B. der Autopilot wirklich was tut und ob die Trimmung, nur weil das Trimmrad auf “Takeoff” steht, auch wirklich auf “Takeoff” steht. Alles in allem durchaus sinnvoll, das werde ich mir sicher bei uns auch angewöhnen.

Dann ruft man, bevor man den Propeller anmacht, auch laut “clear prop” aus dem Fenster. Das soll sicherstellen, das keiner im Weg steht – mag zwar kindisch erscheinen, aber ist ja auch sinnvoll.

Dann ging es zum Start, der erste Funkspruch (Taxi request) war dann etwas holprig, man muss sich da erst noch reinhören, das kommt aber sicher schnell. Zumal der Funk auch etwas anders ist als bei uns, insbesondere wann man wen wie rufen muss.

Wir sind dann in St. Augustine auf der 13 gestartet und in Richtung Süden geflogen und haben dann etwas Airwork gemacht – sprich Steilkurven, Langsamflug, Stalls. Alles in allem hat das gut geklappt und Jeff war schnell zufrieden. Es kam dann auch wieder ein Gewitter angezogen, so dass wir das Ganze nicht groß ausdehnen konnten. Also sind wird recht bald wieder nach St. Augustine zurück geflogen wo Jeff nach einer sehr sanften Landung auch mit meiner Landetechnik sehr zufrieden war.

Danach gab es dann die vorläufige Lizenz und wir können unseren großen Trip angehen. Eigentlich wollte ich mit Jeff nochmal am Nachmittag etwas üben, aber auch heute war das Wetter wieder schlecht. Es gab sogar eine Tornadowarnung für St. Augustine…

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