Vor drei Tagen sind wir nach Miami geflogen, um auch mal in den USA etwas fliegen zu können. Wir sind dann erstmal zum Kennedy Space Center gefahren und haben dieses besichtigt, danach ging es weiter nach St. Augustine, wo die Flugschule (www.florida-flyers.com) beheimatet ist.
Heute sollte eigentlich die erste Flugstunde sein, aber auch in Florida kann das Wetter mal nicht mitspielen. Wegen einem etwas größeren Gewitter wurde aus dem Fliegen nichts. Ich habe aber mit dem Fluglehrer meine “Ground School” erledigt und er hat mir einiges über die Luftraumstruktur und wie man Briefing und Flugpläne aufgibt, erklärt.
Danach kam dann noch ein Inspector von der FAA (dem amerikanischen Luftfahrtbundesamt) und hat die vorläufige Lizenz ausgestellt, die es aber erst nach dem BFR gibt. Süss: der Inspector war ein Ehepaar, er – 92, 30000 Flugstunden, flog schon in Deutschland im Krieg, ein bisschen “tüttelig”, seine Frau ein bisschen jünger. Sie macht die Arbeit für ihn, er unterschreibt dann die vorläufige Lizenz, die seine Frau ausgestellt hat. Bei uns undenkbar 😉
Morgen wird dann noch die Flugstunde nachgeholt. Man bekommt die Lizenz und muss dann – wie in Deutschland – einen Checkflug mit Lehrer machen (alle 2 Jahre und beim ersten Flug halt sofort). Das macht aber nicht der Inspector, sondern ein Lehrer von der Flugschule.
Heute ging es von Hassfurt wieder nach Hause. Das Wetter war, wie gestern, auch wieder sehr schön – weiß-blauer Himmel.
Wir sind am Nachmittag ruhig in Hassfurt gestartet, dann auf 3300 ft gestiegen und haben gleich den Autopiloten angestellt mit DCT EDMA N1. Angesichts der Thermik hatten wir keine Lust auf Sightseeing oder dergleichen. Es war zwar nicht sehr heiß, aber trotzdem war sehr gute Thermik, zur Freude für die Segelflieger, zum Leidwesen der Motor-Fraktion.
Hochsteigen hätten wir vielleicht auch können, aber ich wollte nicht 20 min steigen, 20 min da bleiben und dann 10 min wieder sinken. Deswegen haben wir die Thermik ertragen…
Die Landung in Augsburg war dann bei sehr starkem Verkehr, so gegen 18 Uhr kommen alle Wochenendausflügler wohl wieder nach Hause. Die Landung war trotzdem wie immer unkompliziert und sehr ruhig.
Alles in allem also ein schöner Ausflug und wir konnten alles gut testen, was wir dann ab nächste Woche in den USA brauchen werden.
Dieses Wochenende sollte es zur Vorbereitung unseres USA-Urlaubs nochmal irgendwo hin gehen. Wir wollten nochmal alle Ausstattung ausprobieren, wie die GoPro Hero, die ich zum Geburtstag bekommen habe oder unsere Reisetasche, die wir selber gebastelt haben und die “rein zufällig” exakt die Abmessungen des Cessna-Gepäckraums hat. Wir haben uns als Ziel Hassfurt ausgesucht, um dann die Familie in Schweinfurt zu besuchen.
Eigentlich sollte es gestern schon dort hin gehen, aber das Wetter war nicht fliegbar. Also sind wir heute aufgebrochen, am ersten Tag des Jahres, wo es schon wieder Frühnebel gab. Es wird also langsam schon wieder Herbst…
Der Start in Augsburg war fast in einer Formation, noch zwei Cessnas vor uns und die Startfreigabe gabs jeweils schon während der Vordermann noch auf der Bahn war. Der Flug war dann angenehm ruhig, dank abschirmender Bewölkung gab es noch nicht viel Thermik. Lediglich kurz vor Hassfurt stand dann ein Schauer links von uns. Der Anflug auf Hassfurt war dann etwas bockig, wenn man von Süden kommt und große Umwege vermeiden will, muss man sich ein Tal suchen und recht steil sinken, die Platzrunde ist dort 1700 ft und die höchsten Erhebungen im Süden sind 1600 ft. Wir sind dann direkt in den Queranflug gesunken und dann bei böigem Wind ganz gut gelandet.
Dann haben wir kurz Pause gemacht und sind nochmal zu einem Rundflug aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nur eine Runde über Schweinfurt und dann nach Würzburg und wieder zurück, aber ich hab mir dann spontan überlegt,wir könnten auch ja auch noch Nürnberg angucken. Wir sind dann von Würzburg immer der A3 entlang, mussten dann aber wegen des Schauers vom Hinflug nach Süden ausweichen. Wenn wir schon mal in Nürnberg sind, besuchen wir natürlich auch den Flughafen. Wir sind also über SIERRA in die CTR geflogen, dann Low Approach und über NOVEMBER wieder raus. Dort stand dann der Schauer im Weg, so dass wir nicht direkt nach NOVEMBER, sondern in Richtung Herzogenaurach geflogen sind, um nicht in den Schauer reinzukommen. Von dort sind wir dann direkt wieder in Richtung Hassfurt geflogen. Der Anflug war auch wieder von Süden und wieder etwas bockig und bei ziemlich böigem, drehendem Wind der noch etwas aufgefrischt hatte (so zwischen 9 und 14 kt).
Danach ging es dann zur Grillparty. Die Abschlusslandung war meine Landung Nummer 400, das musste natürlich noch etwas gefeiert werden 😉
Heute ging es von unserer Veranstaltung in Frankfurt wieder nach Hause. Es war der heißeste Tag des Jahres angekündigt, als wir gegen 13:30 Uhr am Flugplatz angekommen waren, waren dort 33 °C (im METAR).
Wir sind dann heute auf der 27 gestartet, man muss dann etwas umständlich nach JULIETT fliegen, was im Prinzip nicht in unserer Richtung liegt. Anyway, nach dem Meldepunkt haben wir einfach im Autopiloten DCT EDMA eingegeben, bei der Wärme macht das Fliegen jetzt auch nicht den Spaß, zumal ich die Strecke ja schon kenne. Ich habe dann nach dem Start auch das Fenster wieder aufgemacht, das macht es dann doch innen etwas angenehmer, auch wenn es 4-5 kt Speed kostet.
Die Strecke war dann relativ unspektakulär, was mich positiv überrascht hat, war das es trotz der Hitze keine richtige Thermik gab – sprich der Flug war angenehm ruhig.
In Augsburg war bei der Landung dann 35 °C im METAR. Wind war kaum, trotzdem sind die Landungen bei so einer Hitze immer komisch. Zum einen mindert die Hitze sicherlich etwas die Konzentration, zum anderen landet es sich gefühlt ein bisschen anders als sonst (kann auch Einbildung sein…). Die Landung in Augsburg auf der 25 war ganz passabel, aber nicht ganz perfekt, wir sind erst bei D aufgesetzt und mussten daher bis B rollen. Gut das ist nicht weiter schlimm, aber eben nicht perfekt.
In der Halle waren dann sicher über 40 °C, da war so eine Hitze, dass ich mir erstmal mein mitgebrachtes Wasser über den Kopf geschüttet habe, damit es halbwegs erträglich ist. Naja, für den Sommerurlaub war das ja evtl. dann schon mal eine gute Übung heute…
Heute sollte es wieder mal zu einer Veranstaltung meiner Firma nach Frankfurt gehen. Das Wetter war sehr heiß und gut vorhergesagt. Wir wollten noch einen Kollegen in Stuttgart abholen, also sind wir am frühen Nachmittag von Augsburg in Richtung Stuttgart aufgebrochen. Entgegen der Wettervorhersage war aber in Stuttgart bereits Gewitter und auch auf dem Weg waren schon einige Gewitter im Radar zu sehen.
Wir sind also mal ruhig auf der 25 in Augsburg gestartet, und kurz hinter WHISKEY waren aber schon die ersten Schauer unterwegs. Wir sind also nach Süden abgedreht, um nicht durch die Schauer (Gewitter) fliegen zu müssen. Es ging dann nördlich von Memmingen in Richtung Laupheim und dann weiter nach Reutlingen, dort war es fast wolkenlos, die Gewitter standen nördlich und der Loste von München Information hat uns auch sorgenvoll darauf hingewiesen, dass das letzte METAR von Stuttgart CBs und Gewitter in der Umgebung vorhersagt. Wir sind dann trotzdem weiter geflogen und in Stuttgart stand im Westen vom Platz eine dicke schwarze Wand… Wir sind dann bei relativ viel Verkehr kurz hinter einer Air Berlin gelandet. Angesichts des herannahenden Gewitters haben wir uns dann entschieden, dieses noch vorbei ziehen zu lassen.
Da Stuttgart ziemlich teuer ist, konnten wir so einen Teil der Landegebühren ab-trinken und -sitzen 😉 … was auch nett war: Auf der Anzeigetafel im GAT stand unser Flug drauf. Angemessene Ankunft…
Nach 1.5 h warten war das Gewitter vorbei und wir konnten wieder starten. Das Wetter war wieder richtig schön, wolkenlos und später auch recht ruhig, also keine Thermik mehr. Der Start war nur etwas komisch, ich hatte vergessen den Pitotrohrschutz anzubringen und beim Rollen zum Rollhalt wurden schon 25 und später 31 kt angezeigt, laut meinem GPS hatten wir nur 15 kt und weniger drauf. Also stimmte da wohl was mit der Geschwindigkeitsanzeige nicht, ich nehme an, da war Wasser drinnen. Ich habe daher mal die Pitotrohrheizung angeschaltet und am Rollhalt ist die Anzeige auch plötzlich von 30 auf 0 kt abgefallen. Also sind wir “normal” gestartet und ich habe bei 55 kt rotiert. Offenbar waren wir aber langsamer, denn die Stallwarnung war sofort an. Also drücken und flacher steigen um Fahrt aufzunehmen. Das ging dann gut, nach einer Weile hat es dann auch wieder gepasst und die indicated speed war mit der Groundspeed identisch.
Mit etwas Sightseeing ging es dann über Bad Liebenzell, Pforzheim nach Norden, dann haben wir noch eine Runde um den Hockenheimring gedreht und dann ging es direkt nach Egelsbach. Dort sind wir diesmal aus Süden zur 27 geflogen und der Platz war wieder Mal schlecht zu finden (obwohl bei jedem Mal einfacher, weil man halt die Hochspannungsleitung schon kennt und kurz danach kommt dann der Platz). Die Landung war bei etwas Seitenwind dann ganz ruhig und wir konnten noch ein Feierabendbier und lecker Essen bei Schubecks Check Inn geniessen.
Nachdem das Wetter die letzte Zeit ziemlich schlecht war und durch den vielen Regen auch halb Deutschland im Hochwasser versunken ist, war es in dieser Woche mal sehr schön.
Wir haben daher heute den Tag genutzt um mal etwas Sightseeing zu machen. Dazu sollte es mal an ein neues Ziel gehen – Straubing. Dort war ich bei meinem allerersten Flug mit einem kleinen Flugzeug schonmal, da sind wir von Landshut das kurze Stück nach Straubing geflogen und das war so toll, dass ich dann ein paar Wochen später mit dem Flugschein begonnen habe.
Das Wetter war sehr gut, aber relativ feucht. An der Donau war am Morgen noch Nebel / Dunst. Wir sind dann auf der 25 gestartet und einige Wolken standen schon bei 2700 ft rum. Das war natürlich praktisch, dadurch war man in relativ geringer Höhe schon über der Thermik. Wir sind dann in Richtung Neuburg/Donau geflogen und wollten dann immer der Donau folgen bis nach Straubing. Das ging auch zunächst ganz gut, an der Donau war es noch vergleichsweise diesig, aber locker 10-15 km Sicht. Wir konnte mit Freigabe von Donau Radar auch durch das militärische Sperrgebiet bei Ingolstadt fliegen. Danach standen allerdings schon viele TCU / CB, so dass wir nicht nach Regensburg geflogen sind, sondern mehr oder weniger direkt nach Straubing.
Die Donau war vom Hochwasser noch extrem dreckig, lehmig und zum anderen Stand das Wasser auch an vielen Stellen noch über dem Ufer. Interessant, dafür dass der Regen jetzt schon seit fast zwei Wochen weg ist.
In Straubing war die Landung angenehm ruhig, der Anflug ist dort ziemlich großzügig. Für Flugschüler sicher nicht schlecht zum üben, da hat man mal richtiges “Final”. Am Platz gab es was zum Essen und dann ging es auch gleich weiter.
Die Wolken waren weitgehend weg, so konnten wir höher steigen und über das wegen dem Hochwasser eingerichtete Flugbeschränkungsgebiet fliegen. Ich hatte mich gleich nach dem Start bei FIS gemeldet und wollte dort ankündigen, dass wir ÜBER dem Beschränkungsgebiet fliegen würden (Dokumentation kann angesichts von durchgedrehten Ordnungshütern in dem Fall evtl. nicht schlecht sein). Der Lotse hat aber gleich von sich aus gesagt, wir sollten nicht in das Beschränkungsgebiet einfliegen. Das gab dann etwas Diskussion, weil das Gebiet nämlich nur bis 2000 ft über Grund geht und man ja dann locker drüber fliegen kann. Der Lotse hat das (etwas barsch) auch eingesehen. Da hätte man halt das Gebiet anders definieren müssen… Zu sehen gabs jedenfalls eh nichts besonderes, das Wasser an der Donau war zwar noch hoch und am Zusammenfluß von Donau und Isar (sprich Deggendorf) war auch noch viel Wasser zu sehen, aber ich schätze das wäre vor einer Woche noch viel interessanter gewesen als heute. Über Deggendorf stand jedenfalls auch ein ganz dunkler CB, so dass wir dort auch nicht direkt hingeflogen sind.
Es ging dann an der Isar entlang zurück. Die war auch noch recht dreckig, wirkte aber vom Flußbett her recht normal, also keine Überschwemmungen mehr wie noch an der Donau. Es ging dann über Landau, das Atomkraftwerk Ohu (Isar I und II) und Landshut weiter. Dort ist mir dann eingefallen, dass man doch wieder mal ein Midfieldcrossing in München machen könnte. Also haben wir kurz bei Munich Tower reingefunkt und freundlich gefragt und es ging dann trotz ziemlich viel Verkehr.
Das Midfieldcrossing ist für mich als Piloten immer eher anstrengend – und daher natürlich interessant. Vom Flughafen sehe ich am meisten an den Bildern, die die Mitflieger anfertigen. Man muss da schon recht konzentriert sein. Nachdem das Crossing der einen Bahn (diesmal der 26R) genehmigt ist, bekommt man immer erstmal ein “hold between the runways” und muss dann schnell zum anderen Tower (für die 26L) umschalten. Diesmal gabs dann wieder mal ein “behind landing traffic cross runway 26L behind”, das ist immer ganz spannend, denn wir fliegen dann parallel zum landenden Verkehr zwischen den beiden Bahnen entlang, dann schnell das Gas raus, damit wir möglichst langsam sind und das landende Flugzeug uns überholen kann, schön Höhe halten, warten bis der Airliner unten ist und dann die Piste überqueren. Für Sightseeing bleibt da dann keine Zeit mehr, aber es ist trotzdem immer wieder ein tolles Erlebnis.
Danach gings dann quer über München zurück nach Augsburg, wo die Landung diesmal so sanft war, das man gar nichts gemerkt hat – das klappt auch nicht immer 😉
Track (über München war die Batterie vom GPS leer, wir sind also nicht dort stehen geblieben)