Nach einem schönen Nachmittag und Abend in Mainz, wo man schon zum Essen draußen sitzen konnte, ging es heute wieder zurück nach Augsburg.
Wir haben erst ausgeschlafen und sind dann zum Flugplatz gefahren. Danach ging es auf der Piste 08 los, mit einem ruhigen Start, dann ein kurzes Stück nach Süden und auf direktem Kurs nach Augsburg. Heute war die Sicht besser als gestern, aber unterhalb der Inversion immer noch dunstig. Wir sind auf 3500 ft gestiegen und waren dann in der Frankfurter Gegend sogar oberhalb der Inversion.
Es ging dann immer ruhig dahin, trotz viel Sonne gab es dank der Inversion keine Thermik und damit waren auch nur die Motorflieger unterwegs. Im Bereich von Langen Information in Scharen, alle wollten wohl das Fliegerjahr eröffnen – wobei diesen Winter zum Fliegen ja wieder super ging. Wir sind dann in Richtung Augsburg so langsam in die Inversion reingeflogen, sprich es wurde für uns dunstiger. Nachdem George aber wieder so ruhig dahin geflogen ist, habe ich nichts gemacht (sprich bin nicht gestiegen). Das einzige was blöd war, war dass wir die ganze Zeit so um die 20 kt Wind genau auf der Nase hatten und daher ca. 20 min länger gebraucht haben, als ohne Windeinfluss.
In Augsburg war auch gar nicht mal so viel los wie gedacht. Beim Anflug hat sich einer gemeldet, den München Information wohl zu Augsburg Turm geschickt hatte, um sich zu entschuldigen dass er ohne Freigabe in der Kontrollzone war. Seine Entschuldigung: Er könne nichts dafür, die Sonne blende so. ?!?! Was für eine blöde Ausrede… Der Lotse ist aber trotzdem ruhig geblieben und hat es bei einer Standpauke bewenden lassen. Ich glaub mit dem Spruch hätte ich als Lotse einen Violation Report geschrieben.
Wir sind jedenfalls sehr ruhig bei auch am Boden recht strammen Ostwind auf der Piste 07 gelandet.
Gestern haben wir mal Düsseldorf angesehen, heute ging es dann weiter. Wir haben uns für Mainz entschieden, das liegt schon grob auf dem Weg von Düsseldorf nach Hause und lohnt auch mal für 1 Nacht.
Es ging also gegen Mittag in Düsseldorf los. Es war wieder etwas dunstig, reichte aber großteils in Deutschland für CAVOK. In Düsseldorf war es auch recht seitenwindig. 15 kt aus 160 Grad, also fast quer zur Bahn. Eigentlich war die Piste 23L in Betrieb, was für uns bedeutet hätte, noch ewig weit zum Ende der Piste zu rollen. Die Lotsen sind aber zum Glück sehr pragmatisch und haben uns die Piste 05R angeboten. Dort haben wir zwar eine kleine Rückenwindkomponente beim Starten, sind aber nach 30 s Taxi gleich am Rollhalt. Das Angebot habe ich also gerne angenommen.
So ging es also bei besagten 15 kt Seitenwind in Düsseldorf los, gleich nach dem Abheben leicht bockig, sobald wir auf “Reiseflughöhe” 2300 ft waren, war es aber ruhig. Der Lotse hatte sich noch gewundert, wieso wir in Richtung Mainz über NOVEMBER (im Norden) ausfliegen wollte, aber wir hatten noch eine Ruhrgebiets-Runde geplant. Bislang waren wir noch nie in dieser Gegend und kennen die von oben folglich auch nicht. Es ging dann also von Düsseldorf erst nach Norden und dann immer der A2 entlang einmal quer übers Ruhrgebiet. Für meinen Geschmack: Ich möchte da nicht wohnen müssen. Zu viel Industrie, zu viele nicht sonderlich schöne Wohngebiete, andererseits aber doch relativ grün (war’s zwar noch nicht, aber die Bäume konnte man ja trotzdem sehen). Auf jeden Fall mal ganz interessant von oben zu sehen. Müsste man vielleicht wirklich im Sommer nochmal angucken…
Wo wir schon mal da waren, wollte ich noch die Verkehrsflughafen-Liste weiter abarbeiten, also haben wir einen Low Approach in Dortmund gemacht, dort kommen wir noch weniger hin als nach Köln/Bonn. Das ging ganz bequem, über WHISKEY rein, über die 06 den Low Approach, über ECHO wieder raus aus der Kontrollzone, das lag mehr oder weniger direkt auf der Strecke. Südlich von Dortmund ist das Ruhrgebiet auch (zum Glück) recht bald zu Ende und es wird bergig. Dort sind ja dann Sauerland / Siegerland und später der Taunus.
Der weitere Flug ging also übers Land. Auch diese Gegend kenne ich von oben noch gar nicht, außer vom Linienflug Richtung Düsseldorf. Dort gefällt es mir aber ganz gut. Da gibts viele Talsperren und ist eben etwas hügelig. In Richtung Süden / Taunus wurde dann die Sicht allerdings deutlich schlechter. Vorher war es zwar auch etwas dunstig, aber die Sichten ganz in Ordnung. Auf dem letzten Stück vor bzw. über dem Rhein war es dann aber schon recht dunstig, die Sicht geschätzt nur noch 6-7 km. Wir sind dann westlich von Mainz aus dem Taunus “abgestiegen” (dort gehts recht abrupt zum Rhein abwärts). Wir haben uns dann bei Mainz Info gemeldet und nach einem Direktanflug gefragt, was etwas unwirsch mit “wir haben schon einige Flieger in der Platzrunde” beantwortet wurde. Vermutlich hatte der Kollege dort die AIP noch nicht gelese, da steht nämlich dass Direktanflüge auf die 08 nach Genehmigung von Info zulässig sind. Naja, egal, wir sind also ein bisschen nach Süden geflogen und haben uns in die Platzrunde eingefädelt. Vor mir eine andere 172er Cessna – vermutlich mit einem Flugschüler. Der ist leider etwas ungleichmäßig schnell geflogen und die ganze Zeit unglaublich hoch geblieben. Wir haben also zum einen versucht, ihm nicht “hinten rein” zu fliegen und andererseits auch nicht zu sehr unter ihn zu sinken. Er hats dann nicht geschafft und sich glücklicherweise rechtzeitig zum Durchstarten entschieden. Wir sind dann mit vollen Klappen so etwa im ersten Drittel der Piste gelandet und haben neben dem Redaktionsflugzeug der “Pilot und Flugzeug” abgestellt, was dort gerade zufällig war.
Danach gings noch zum Bezahlen. Der Platz wird von einem Verein betrieben und am Wochenende sind scheinbar halt die Tage, wo viele da sind. Aber so ein Vereinsleben wär irgendwie nichts für mich. Wirkt so, als fliegt man dort, nachdem die obligatorischen 50 h Vereinsarbeit gemacht sind, halt mal nach Egelsbach. Auf dem Turm wurde ich jedenfalls etwas schief angeguckt bei der Antwort, dass wir gerade aus Düsseldorf kommen und morgen dann nach Augsburg weiterfliegen… Wir sind dann jedenfalls ins Rhein-Hilton gefahren und haben noch schön die Mainzer Innenstadt angeguckt.
Die diesjährigen Faschingsferien wollten wir nutzen, um einen kleinen Frühlingsausflug zu machen. Eigentlich sollte es gestern schon los gehen, aber der Nebel – dieses Mal in ganz Deutschland – hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch heute war es anfangs nicht viel besser, immerhin war heute fast überall nur Dunst und darüber aber wolkenlos.
Wir haben also gewartet, bis in Augsburg die Sicht auf 7 km angestiegen war, was kurz nach 12 Uhr der Fall war, und sind dann losgeflogen. In ganz Deutschland waren die Sichten zu der Zeit mehr oder weniger einheitlich zwischen 4 und 8 km, aber es sollte besser werden. Es ging also ruhig auf der 07 in Augsburg los, dieses Mal in Richtung Düsseldorf. Zum einen muss die Gegend noch in meiner Verkehrsflughafen-Liste abgearbeitet werden, zum anderen waren wir touristisch noch nie da.
Wir sind zunächst auf direktem Kurs in Richtung Frankfurt geflogen. Die Sichten waren nicht sonderlich berauschend, aber ganz in Ordnung. Teilweise hatte die Nebelschicht angehoben und es waren Wolken so in ca. 1500-2000 ft über Grund. Wir sind gleich in der dunstigen Schicht geblieben, weil wir wegen dem Luftraum C von Frankfurt sowieso wieder runter gemusst hätten und es auch so ganz ruhig zu fliegen war.
Kurz vor Frankfurt wurde das Wetter auch besser – keine Wolken mehr und bessere Sichten. So konnten wir noch sehr schön Sightseeing entlang des Rheins machen, der uns ja eh nach Düsseldorf führen würde. Es ging also ab ca. Mainz immer den Rhein entlang. Diese Landschaft kannte ich noch gar nicht und die ist von oben auch sehr schön anzuschauen. Im Sommer mit grünen (Wein-)Bergen sicher noch schöner, aber auch so sehr interessant. Zu Hause muss ich mal suchen, wo denn eigentlich die Lorlei ist, und ob wir die auf fotographiert haben. In Koblenz mündet ja dann auch die Mosel in den Rhein (Stichwort “Deutsches Eck”), das Moseltal sieht auch sehr nett aus. Hinter Koblenz wird es ja dann auch schon flacher und man kommt dann recht bald nach Bonn.
Da ja Köln/Bonn noch abgearbeitet werden wollte und wir sonst dort eh nicht hin kommen, haben wir das per Low Approach erledigt. Die Losten sind dort jedenfalls sehr zuvorkommend, viele wollen dort über der Stadt ein paar Fotos machen. Erst hatte ich noch ein wenig Verwirrung: Freigabe: “Fliegen Sie entlang des Rheins in die Kontrollzone, Steuerkurs Nord” Was jetzt? Entlang des Rheins oder Steuerkurs Nord? Wir haben das recht kreativ gelöst: Erst ein Stück den Rhein lang, dann nach Norden Richtung Flughafen. Der Low Approach wurde trotz anfliegender Airliner ganz pragmatisch abgewickelt: wir sollten den auf der 14R machen (das ist dort die kurze Piste), die Airliner sind parallel dazu auf der 14L angeflogen und gelandet. Danach gab es dann ohne Frage ein “fliegen Sie direkt zum Dom”. Schönes Sightseeing also und nette Lotsen.
Kaum hat man die Kölner Kontrollzone hinter sich gelassen, muss man auch schon Düsseldorf rufen. Das liegt ja sehr dicht beieinander. Erst kommt noch Leverkusen und die wirklich beeindruckende, riesige Anlage von BASF und dann kommt auch schon Düsseldorf. Der Flughafen ist recht beschäftigt, viele Anflüge und im Funk entsprechend viel los, aber auch hier war der Lotse sehr gut. Er war zwar ein Schnellsprecher, aber das liegt mir ganz gut. So ging es auch hier schnell und flüssig direkt zum Platz, wo wir sehr angenehm und ruhig auf der 23L gelandet sind.
Danach gings dann zum Hotel, was direkt an der Rheinuferpromenade liegt. Dort gab es dann in einer der vielen Restaurants direkt am Rhein und recht angenehm auch draußen noch das obligatorische ALB (After landing beer).
Eigentlich wollten wir schon Anfang des Monats für ein Wochenende wegfliegen, aber leider war da gerade ein Sturmtief über Deutschland und außerdem hatte mich eine Grippe wie schon seit Jahren nicht mehr für einige Zeit lahmgelegt.
Aber heute haben wir das schöne Wetter genutzt und einen kleinen Ausflug gemacht. Wir wollten schon länger mal den Donaudurchbruch bei Kelheim von oben angucken und sind daher heute nach Nürnberg geflogen mit einem kleinen Umweg über Regensburg.
Es ging ruhig in Augsburg auf der 25 los und dann in Richtung Donauwörth um immer entlang der Donau (außerhalb der Kontrollzonen von Neuburg und Manching) nach Kelheim zu fliegen. Wir haben uns nach dem Start gleich bei München Information gemeldet und wurde von dort an Donau Radar übergeben – die Bundeswehr war also aktiv. Nur bei Donau Radar niemand zu Hause… also wieder zurück zu München Information. Zwei Minuten später meinte die Lotsin dann, es würde ihr leid tun wegen der Umstände aber für den Sektor sei nun mal die Bundeswehr zuständig und sie habe jetzt angerufen in Neuburg und die Lotsen würden mich jetzt erwarten. Also haben wir wieder zurück auf Donau Radar gewechselt und tatsächlich war auch jemand da… naja es war wohl kurz vor Dienstschluss 😉 … Es gab aber wie immer super Service von der Bundeswehr (“radar service starts now”). Bei Ingolstadt wurden wir an Ingo Radar übergeben und es gab dann auch bald ein “opposite traffic, 10 NM, same altitude”. Das ist immer blöd wenn einer genau entgegen kommt und auch noch auf gleicher Höhe ist. Wie üblich ist es uns trotz 4 intensiv suchender Augen nicht gelungen, den Verkehr zu finden. Der Lotse hatte dann bei 4 NM Abstand nochmal gewarnt und wir waren daraufhin zum einen etwas gestiegen und etwas abgedreht. Erst als es nochmal ein “traffic in your 1 o’clock position, 1 NM” gab, konnten wir den Verkehr endlich finden – auch eine Cessna. Danke an den Lotsen… deswegen melde ich mich eigentlich immer bei den FIS-Lotsen oder noch lieber bei der Bundeswehr. Komischerweise haben viele Hobbypiloten-Kollegen insbesondere bei der Bundeswehr irgendwie Berührungsängste, dabei ist der Service noch viel besser als bei FIS (ok, die Sektorgröße pro Lotse ist auch deutlich kleiner…)
Danach haben wir jedenfalls den Donaudurchbruch angesehen – schaut von oben schon sehr interessant aus. Dann ging es weiter nach Regensburg und dann immer der A3 folgend nach Nürnberg. Dort haben wir wieder mal mit Wind von schräg hinten landen müssen und sind daher etwas eingeschlagen. Irgendwie ist dieser Rücken-Seitenwind nicht so meins…
Nach einer Stärkung im Terminal ging es dann wieder zurück nach Augsburg. Leider war die Sicht nicht so berauschend, da wir im Prinzip immer gegen die Sonne geschaut haben und es auch etwas diesig war. Daher ging es einfach auf direktem Kurs nach Augsburg. Dort kamen rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang auch alle wieder nach Hause. Wir hatten aber Glück und die Lotsen in Augsburg sind ja auch immer sehr effizient. Wir sollten heute also gleich “mit gut Speed” direkt von NOVEMBER 1 in den rechten Queranflug zur 25 und dann kurzer Anflug. So konnten wir noch knapp vor einem anderen IFR-Verkehr landen und mussten nicht erst noch warten. Die Landung in Augsburg war dann fast perfekt und man hat das Aufsetzen gar nicht richtig gemerkt.
Heute gibt es mal keine Bilder, sondern ein Video. Endlich konnte ich meine GoPro mal richtig ausprobieren. Beim nächsten Mal auch mit Ton…
Zuletzt war ich ja im letzten Jahr geflogen, also musste ich nach der langen Pause ja mal etwas zur Inübunghaltung tun 😉
Spaß beiseite: Die D-ECHK stand ja noch in Memmingen, wo wir vor 3 Tagen gestrandet waren, wegen des plötzlichen Nebels in Augsburg. Eigentlich wollten wir von heute bis zum 6.1. wegfliegen, aber das Wetter war nicht so ideal dafür. Also habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und den ersten schönen Tag des Jahres doch zum Fliegen genutzt und die HK aus Memmingen wieder nach Augsburg geholt.
Wir sind mit dem Zug nach Memmingen gefahren, dann mit dem Taxi vom Bahnhof zum Flugplatz. Die ganze Fahrt war schon wunderbares Alpenpanorama, da starker Fön war. Also wollten wir nicht nur die 15 min nach Augsburg fliegen. Man konnte allerdings auch schon eine heranziehende Front sehen, die etwa schon bis zu einer Linie Ulm – Bodensee vorgedrungen war.
Am Boden war es fast windstill, so sind wir ruhig auf der 24 gestartet und dann immer der A96 nach München gefolgt, die ganze Zeit mit bester Sicht und einem herrlichen Panorama. Von ca. Landsberg aus konnte man schon München sehr gut sehen (genauer die “Seifenblase” Allianz-Arena). In diese Richtung ging es recht flott, in 4000 ft Höhe hatten wir teilweise fast 40 kt Rückenwind. Wir sind dann am Fliegerhorst Lagerlechfeld vorbei, dann mal direkt über Oberpfaffenhofen zu uns nach Hause (Neuried) und von dort einmal quer zum Sightseeing über München.
Dann habe ich überlegt, man könnte ja mal ein Midfieldcrossing in München machen, das habe ich dieses Jahr ja noch gar nicht… Also dort kurz reingefunkt und es war interessanterweise so gut wie nichts los. Also ging das auch völlig problemlos und recht flott.
Danach ging es dann nach Augsburg, diesmal mit den 40 kt Wind genau auf der Nase, also entsprechend gemütlich. Die Front war mittlerweile auch schon vorangekommen und man konnte zum einen regelrecht zusehen, wie die Alpen von Westen her “verschwanden”, zum anderen drehte mit jeder Landung der Wind in Augsburg. Als ich die ATIS abgehört habe war der Wind 180° / 3 kt, als wir so 15-20 min später gelandet sind, war der Wind 260° / 9 kt. Pünktlich im Landeanflug fing es dann auch leicht an zu regnen.
Wir haben dann noch etwas gegessen und als wir mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren sind, waren (lt. METAR) nur noch 8000 m Sicht und es regnete recht stark. Also waren wir gut getimed angekommen. Danach ging es dann mit dem Zug wieder nach Hause. Also: Fliegerjahr 2014 gut begonnen…
Nachdem die ganzen geplanten Wochenendausflüge wegen Nebel nicht geklappt hatten, wollten wir wenigstens den letzten möglichen Tag des Jahres zu einem schönen Jahresabschlussflug nutzen. Das Wetter war sehr schön (fast überall CAVOK), also sind wir nach dem Frühstück nach Augsburg gefahren, um etwas Sightseeing in Richtung Berge zu machen und dann schön in Friedrichshafen Mittag zu essen.
Wir sind also bei schönem Wetter und kaum Wind auf der 25 in Richtung WHISKEY 1 gestartet. Wie die ganze letzte Zeit schon, war auch heute wieder eine bodennahe Inversion, allerdings diesmal auch mit recht guter Sicht, aber darüber sollte die Sicht natürlich noch besser sein. Kurz hinter WHISKEY 1 konnte man allerdings auch noch den Nebel sehen, der sich hartnäckig an der Donau und umgrenzendem Gebiet festgesetzt hatte.
Wir sind dann in Richtung Berge geflogen und dann etwa über Kempten in Richtung Friedrichshafen, mit einem wunderschönen Alpenpanorama, allerdings auch noch wenigen Restwolken vom morgendlichen Hochnebel.
In Friedrichshafen, unterhalb der Inversion, war dann die Sicht auch gar nicht mal so gut, die Alpen waren nur noch diesig zu sehen. Es ging dann zum Mittagessen und danach wollten wir mit einer Runde um die Insel Mainau wieder zurück nach Augsburg, um rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder zurück zu sein.
Ich habe dann nach Verlassen der Kontrollzone die Frequenz von München Information eingestellt und mitgehört. Es meldete sich dann recht bald einer der von Aalen nach Augsburg wollte und unter sich wohl nur Nebel hatte und deswegen das Augsburger Wetter wissen wollte. Antwort: Nebel, 350 m Sichtweite. Ich dachte erst, ich hätte mich verhört, ein Anderer wohl auch, der gleich gefragt hat, ob er das mit den 350 m gerade richtig verstanden hat: in Augsburg ?!?!
Also habe ich mal Wetter auf dem Handy abgeholt, in Friedrichshafen habe ich ja im Traum nicht daran gedacht, das es etwas anderes als CAVOK in Augsburg sein konnte. Und siehe da: tatsächlich, die letzte Meldung, gerade 10 min alt, war: Nebel.
Das hieß für uns: wir werden in Augsburg nicht landen können. Also kurze Überlegung der Alternativen: Donauwörth – ganz sicher auch Nebel (war ja früh schon); Oberschleißheim – blöd weil ziemlich beschränkt; Jesenwang – Bahn zu kurz (jedenfalls für mein persönliches OPs Guide); also: Memmingen (da würde man wenigstens halbwegs einfach weiter kommen und es liegt eh am Weg).
Ich habe dann mal versucht, die ATIS von Augsburg abzuhören und die sagte noch 6000 m Sichtweite. Da könnte man also landen. Leider konnte uns Augsburg von der Position wo wir die ATIS bekommen haben, noch nicht hören. Also sind wir erstmal noch ein Stück weiter rangeflogen und haben dann beim Tower nachgefragt, ob die ATIS oder die letzte Wettermeldung stimmt. Leider war es die Wettermeldung…
Wir sind dann also umgekehrt und haben Memmingen angeflogen. Dort war noch schönstes Wetter, die Landung auf der 06 entsprechend angenehm ruhig. Dem Lotsen hatten wir schon gesagt, dass wir wegen Wetter unser Alternate anfliegen und die Maschine daher ein paar Tage bei ihm stehen wird. Daraufhin hat er uns einen Gras-Shelter angeboten. Memmingen war früher militärisch und deswegen gibt es dort noch einige der Shelter, wo früher die Tornados drin standen.
Also sicher gelandet, Maschine schön geschützt in der Halle, bleibt bloß noch die Frage: Wie nach Hause kommen? Genauer nach Augsburg, weil dort ja unser Auto stand. Mit der Bahn wäre eine blöde Idee, die braucht so 2:30 h von Memmingen nach Augsburg. Also dachte ich, wir könnten ja einfach einen Mietwagen nehmen. Zu dumm, dass die ganzen Mietwagenstationen um 16:00 Uhr schließen und wir erst um 16:20 da waren… Nur bei Hertz brannte noch Licht. Also habe ich da mal gefragt und die freundliche Frau meinte: “Nee, ein Auto können sie vergessen, ich hab nur noch – hihi – einen 7.5 Tonner”. Darauf ich: “Der fährt doch auch nach Augsburg oder?” Sie – ziemlich erstaunt: “Ja schon, den könnte ich ihnen zum PKW-Preis geben, wenn das wirklich ihr Ernst ist”. Also haben wir den gemietet und sind dann nach Augsburg gefahren.
Der Nebel begann interessanterweise erst ungefähr an der Augsburger Stadtgrenze und wurde dann immer schlimmer. Nachdem wir den LKW abgegeben hatten, sind wir mit dem Taxi zum Flugplatz und der Taxifahrer meinte schon, dass der Nebel mit einem Schlag gekommen wäre. Am Flugplatz waren dann auch nur noch so 100 m Sicht.
Alles in allem also ein schöner Ausflug, mit einer Heimreise, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Im Flug und auf der Fahrt nach Hause habe ich dann überlegt, ob unsere Planung schlecht war, da wir ja im Flug von dem schlechten Wetter am Ziel überrascht wurden. Daher habe ich dann zu Hause mal die Wetterhistorie angeschaut:
EDMA 301420Z 32009KT 0350 R25/0400 FZFG VV/// 00/00 Q1025 RMK ATIS DEL
EDMA 301350Z 34008KT 0300 FG VV/// 03/M00 Q1025 RMK ATIS CHA
EDMA 301320Z 09004KT 030V150 CAVOK 06/M00 Q1025 RMK ATIS ALF
EDMA 301220Z 14004KT 080V190 CAVOK 05/M00 Q1026 RMK ATIS GOL
Wir waren um 14:05 UTC abgeflogen (OBT war 13:57), d.h. wir hätten das METAR von 13:20 am Boden gehabt, da die METARs immer so mit ca. 6-8 min Verspätung im pc_met eintrudeln.
Unmittelbar beim Start war das METAR von 13:50 dann sicherlich schon abrufbar gewesen, nur niemand erwartet eine derartig schnelle Verschlechterung, zumal GAFOR C/O war und auch das Augsburger TAF für den ganzen Tag CAVOK versprochen hatte.
Das war also durchaus ein seltenes Ereignis, von wolkenlos nach dicker Nebelsuppe innerhalb von 30 min ist schon ziemlich “krass”.
So geht das Fliegerjahr 2013 mit einem sehr interessanten Flug zu Ende (der auch gleichzeitig die Nr. 300 in meinem Flugbuch ist). Diesmal sind wieder 57 h Blockzeit (54 h Flugzeit) und 41 Landungen zusammengekommen.