Wie schon im letzten Bericht angekündigt, nimmt “Projekt Joghurtbecher” konkrete Formen an. Heute war ich das Objekt der Begierde endlich besichtigen und konnte auch einen kurzen Probeflug mitmachen.
Wir sind für eine kurze Runde über OSCAR ausgeflogen, dann in Richtung Donauwörth, ein Stück die Donau entlang und dann über WHISKEY wieder in die Kontrollzone. So konnte ich auch mal die Steuerung probieren. Ergebnis: Fliegt sich gut. Man sitzt sehr bequem, hat gute Rundumsicht, die Kabine ist sehr leise (extrem leise im Vergleich zur 172er Cessna). Die Umgewöhnung an den Steuerknüppel zwischen den Beinen hat beim Fliegen ca. 30 Sekunden gedauert.
Kurzum: Es hatte ja so kommen müssen… Anteil gekauft.
Demnächst gibt es also was von den obligatorischen Einweisungsstunden mit Lehrer zu berichten, aber vorher geht es erstmal nach Florida.
Heute ging es nach dem ILA-Besuch wieder von Berlin nach Hause. Wir sind gegen Mittag mit der Bahn nach Trebbin gefahren und von dort mit dem Shuttle nach Schönhagen, haben dort noch getankt und wollten dann losfliegen.
Leider war beim Abflug schon klar, dass wir wohl nicht sonderlich weit kommen würden, denn zwischen Hof und Leipzig, Dresden und Erfurt waren viele Gewitter entstanden, so dass wir nicht nach Süden durchkommen würden. Nachdem rumsitzen in Schönhagen nicht sonderlich toll ist, da es dort außer dem Flugplatzcafé nichts zu tun gibt, haben wir uns entschlossen, wenigstens erstmal nach Leipzig zu fliegen. Dort könnte man recht einfach nochmal in die Stadt fahren oder sich sonst anderweitig beschäftigen.
Gesagt, getan, ging es in Schönhagen los. Der Wind war auch heute wieder “komisch” und die Wald-Senken-Lage von Schönhagen sorgte für ein paar Turbulenzen beim Abflug. Danach war es aber recht ruhig und sah auch ganz gut aus. Auch in Wittenberg war es noch sehr schön. Ich habe dann mal Radarbilder geholt (dank LTE geht schnell surfen mittlerweile auch in größeren Höhen sehr gut) und konnte sehen, dass Leipzig schon am Rand vom Regen lag. Von Wittenberg ist es aber eigentlich gar nicht so weit. Wir haben daher mal den Versuch gemacht, über die Wolken zu kommen, um zu sehen wie es darüber aussieht und ob man da evtl. weiter kommt. Wir sind also auf 6000 ft gestiegen und konnten dann über den Cumuli sehen, dass da doch eine große Wand aufgebaut war, durch die wir nicht durchkommen würden.
Also sind wir gleich wieder gesunken und nach Leipzig weitergeflogen. Die Landung war dann bei 8 kt (Seiten)Wind aus Nord ganz ruhig. Südlich vom Flughafen war es sehr “schwarz” und man sah das Wetter schon kommen. Allerdings war ja in Leipzig Nordwind, die Gewitter zogen aber von Hof aus auch nach Norden – sprich – einer muss stärker sein oder es bleibt alles stehen.
Es hieß also wieder mal abwarten… was mich dann seit dem letzten Sommer immer sofort an Governors Harbour auf den Bahamas erinnert. In Leipzig gibt es zum Glück keine Sandfliegen – also ist warten angenehmer.
Wir haben erstmal was gegessen und zufällig war gerade Volksfest am Flughafen, also für etwas Abwechslung gesorgt.
Ich hab dann regelmäßig Radar- und Sat-Bilder gecheckt und man konnte sehen, dass die Gewitter tatsächlich stehen geblieben waren und sich abregneten. Nach 2 Stunden wurde es dann mit jedem Radarbild (also alle 5 min) weniger Regen und man konnte auch am Himmel in Leipzig sehen, dass es wieder besser wird.
Wir sind dann ruhig in Leipzig bei aufgefrischtem Wind, der jetzt aus Westen kam, auf der 26L gestartet. Danach ging es dann gleich auf direktem Kurs in Richtung Augsburg.
Anfangs war noch etwas Restbewölkung, aber noch vor Gera/Hermsdorfer Kreuz war es wieder wolkenlos und so blieb es bis nach Hause. Die Gewitter waren völlig in sich zusammengefallen und aufgelöst. Ist schon krass, wenn man überlegt, wie sich innerhalb von 2-3 Stunden das Wetter ändern kann. Allerdings war es auch so vorhergesagt, sprich überrascht muss man davon nicht gewesen sein.
Wir sind dann noch durch die Nürnberger Kontrollzone, da die im Weg liegt und drumrum mehr Zeit kosten würde. Die Landung in Augsburg war einsam und ruhig, so spät fliegt niemand mehr groß. Danach haben wir noch 30 min Fliegen vom Flieger abgewaschen und dann ging es wieder nach Hause nach einem sehr schönen Ausflug.
Nachdem wir gestern unerwartet darniederlagen (wohl aufgrund schlechten Essens), ging es heute erst zur ILA.
Es war sehr interessant, die Vorführungen waren wie immer etwas Militär-lastig, das Static Display eigentlich ganz gut ausgeglichen. Saab Gripen und MIG-29 und das Breitling Jet-Team waren für mich die Highlights bei der Air Show.
Am Boden hat mich diesmal die Allgemeine Luftfahrt mehr interessiert als die “großen Brummer”. Nachdem das “Projekt Joghurtbecher” konkrete Formen annimmt (demnächst mehr hier im Blog), waren wir relativ lange bei Diamond Aircraft und haben die ausgestellte DA 40 Tundra Star intensiv begutachtet und uns von den Flugeigenschaften berichten lassen. Die Tundra Star entspricht bis auf das Fahrwerk der normalen DA 40, daher war die zum Probesitzen sehr gut geeignet. Und ich war ganz begeistert. Man sitzt bequem wie im Auto, der Gepäckraum ist angenehm groß, das Panel ist recht niedrig und wirkt durch die kompakte Anordnung von G1000 und den Backup-Instrumenten extrem aufgeräumt. Interessant war: Bei Diamond durfte niemand die Flieger von innen angucken. Man musste schon dem Standpersonal erklären, warum man denn mal reingucken will – das ging dann allerdings auch äußerst freundlich und hilfsbereit.
Für alle zum reingucken und anfassen waren noch Aquila und Comco Ikarus da, die beide Ultraleichtflugzeuge herstellen. Was da auffiel: Aquila ist richtig gute Qualität, man sieht zwar deutlichst die Unterschiede zu einer Diamond (oder Cessna), aber es geht schon in die Richtung. Die Comco Ikarus C42b, die auch ausgestellt war, wirkt dagegen schon fast wie Bastelware aus dem Baumarkt. Gut, es sind halt auch fast 200.000 € Preisunterschied zwischen der C42b (80′ €) und einer DA 40 (270′ €). Aber irgendwie könnte ich mich, glaube ich, nicht mit der UL-Fliegerei anfreunden.
Nach einiger Pause, weil die geplanten Flüge alle schlechtem Wetter zum Opfer gefallen sind und die kurzfristige Verfügbarkeit von Flugzeugen gerade nicht besonders berauschend ist, ging es heute zur ILA nach Berlin.
Wir sind am frühen Nachmittag in Augsburg bei bestem Wetter und 30 ºC aufgebrochen. Es ging ruhig und bei der Wärme auch gemächlich in Augsburg auf der 07 los. Die Sicht war dank Sahara-Staub in der Luft nicht besonders toll und anfangs gab es auch etwas Thermik. Hätte aber auch schlimmer sein können.
Wir sind dann erstmal nach Nürnberg geflogen, da das eh am Weg liegt. Dort von FOXTROTT nach NOVEMBER durch die Kontrollzone mit Low Approach auch der 28. So konnte ich heute schon 3 Landungen schreiben – nicht das ich mal in die Nähe der 90-Tage-Regelung komme…
Danach ging es dann bei besser werdenden Sichten weiter in Richtung Leipzig. Leipzig ist ja immer irgendwie ein Erlebnis… Heute war sogar mal richtig Traffic. Erst ein Rettungshubschrauber, der vor / unter uns irgendwo in der Botanik gelandet ist. Dann konnte sogar ein Frachtflieger auf der 28L landen und wir kamen auf der 08R entgegen. Für Leipziger Verhältnisse also eine absolute Verkehrsspitze. Wir mussten dann leider noch warten bis so ein blöder Lufthansa-CanadAir-Jet im 12 NM-Endteil reinkam. Das ging aber auch ganz gut und der Lotse hat gut mitgedacht (wenn ich “Nummer 1 in Sicht” melde, dann kann er mich ja als Nummer 2 selbständig folgen lassen).
In Leipzig haben wir kurz Pause gemacht und Kaffee getrunken, danach ging es auf das letzte Stück nach Schönhagen. Dort war – wie eigentlich fast immer – ordentlicher Verkehr. Eigentlich alles soweit kein Problem, wenn sich nicht einer mit “8 min südlich” meldet, wo wir gerade 7 min südwestlich sind. Da wünsche ich mir immer ein TCAS… Noch dazu bei dem Experten. Wir konnten ihn partout nicht finden. Später fragt er dann, ob er einen Direktanflug zur 07 machen kann (wie soll das gehen wenn man südlich ist?). Das wird verneint und er sagt dann, er fliegt in den rechten Queranflug zur 07. Wir hatten uns gerade für den rechten Gegenanflug gemeldet. Ich habe dann mal gefragt, wo er denn gerade ist. Nach kurzer Abstimmung sind wir dann als Nummer 2 gefolgt. Die erste Meldung von ihm war also totaler Quatsch… aber Ok.
Die Landung war dann etwas turbulent. Schönhagen liegt ein bisschen ungünstig in so einer Waldsenke. Wenn dann noch der Wind von der Seite kommt, gibts da unterhalb der Bäume schöne Verwirbelungen. Heute waren 8 kt Seitenwind, also entsprechend Turbulenzen. Die Landung selber war aber ganz ruhig. Dann haben wir geparkt, verzurrt und sind mit dem Taxi ins Hotel gefahren, wo es noch 2 ALWB (After Landing WEISS-Bier 😉 gab. Morgen früh gehts dann zur ILA.
Heute ging es von Paderborn/Lippstadt wieder nach Hause. Kurz nach dem Aufstehen kam leider erstmal der Nebel über den Flugplatz gezogen, der war aber dank der Sonne relativ schnell wieder weg. Es blieb aber bei 4000 m Sicht in der Umgebung.
Wir wollten erstmal tanken und mussten eine halbe Ewigkeit auf den Tankwagen warten, obwohl kein einziges anderes Flugzeug zu betanken war. Das nervt immer etwas und spricht nicht unbedingt für den Flugplatz… Nachdem wir endlich fertig waren und losfliegen wollten, sprang dann der Motor nicht an – Batterie zu schwach. Also nochmal zurück zum Tower. Ich hatte mich schon auf nochmal 30 min warten eingestellt, aber AOG (aircraft on ground) ist scheinbar auch in Paderborn schlimm: Der Ground-Power-Wagen war schneller da, als ich zurück am Flugzeug war. Und wir haben auch gleich noch was gelernt: Airbus und Boeing haben auch die gleichen Stecker. Also kurz angesteckt, Checkliste für “Starting engine with external power” abgearbeitet und die Sache war erledigt.
Danach ging es dann auf der 06 los, bei immer noch 4000 m Sicht nicht unbedingt ein optisches Vergnügen und es gab natürlich auch eine der seltenen “Special VFR”-Freigaben. Und auch hier bewies Paderborn/Lippstadt Kreativität: “climb not above 2000 ft, leave control zone via SIERRA” war die Freigabe. Kurzer Blick auf die Karte: Richtung SIERRA hat uns die Energiewende ein paar Windmühlen beschert. Hindernishöhe: 1953 ft. Ich hab dann die Abflugroute eigenmächtig etwas geändert, 47 ft Hindernisfreiheit sind mir einfach zu knapp…
Danach sind wir dann auf 4500 ft gestiegen, um oberhalb der Inversion zu sein. Die Sicht in unsere Richtung nach schräg unten war damit praktisch null, zur Seite links und rechts ging es halbwegs. Auf der Strecke wurde es nach Süden auch etwas besser, über der Rhön dann sogar von der Sicht her ganz gut, dafür war es ab ca. der Wasserkuppe arg bockig. Auch Höhenänderungen haben daran nichts geändert, ich habe dann später im Wetterbericht gesehen, dass auch mäßig Turbulenz bis FL 70 vorhergesagt war. Kann ich bestätigen…
Wir haben dann beschlossen, in Nürnberg erstmal Pause vom gehoppel zu machen und dort was zu essen. Also ging es nach Nürnberg, allerdings nicht ganz direkt sondern das letzte Stück dem Main und der Regnitz folgend, da es dort über dem Tal nicht ganz so hoppelig war. In Nürnberg war der Wind variabel mit 6 kt, das versprach also auch einen bockigen Anflug. Tatsächlich war dann 010/09kt, also 9 kt Seitenwind. Zum üben ganz nett. Die Landung war sehr ruhig und nach einem lecker “all you can eat” Pasta-Buffet im Terminal ging es dann noch das letzte Stück mit direktem Kurs in Richtung Augsburg.
Die Turbulenzen wurden dann, je mehr man nach Süden kam, auch immer schwächer. In Augsburg war aber wieder der recht kräftige Ostwind, heute mit 14 kt genau auf der Bahn. Wir sind daher wieder sehr ruhig gelandet und konnten gleich bei BRAVO abrollen (je mehr Wind, umso kürzer ist ja die Landerollstrecke), was sicher 2 min an Taxi-Zeit spart.
Alles in allem ein schöner (Vor-)Frühlingsausflug mit diesmal gleich 5 angeflogenen, bislang unbekannten Plätzen.
Gestern haben wir den privaten Teil des Frühlingsausflugs beendet und waren wieder nach Hause geflogen. Heute ging dann der dienstliche Teil los, denn es ist wieder mal CeBIT und die wollte ich, wo wir mit der Firma dieses Jahr dort nicht ausstellen, auch mal besuchen. Das Wetter war heute schon ab dem frühen morgen in ganz Deutschland sehr schön, so dass wir gleich in der Früh zum Flugplatz nach Augsburg gefahren sind.
Dort ging es dann ziemlich alleine, ruhig auf der Piste 07 los. In der Höhe gab es – wie gestern – immer noch kräftigen Ostwind, der aber heute kein Faktor war, da er genau 90 Grad von der Seite kam. Es ging dann von OSCAR 1 aus auf direktem Kurs in Richtung Hannover. Im Funk war weder bei München Information noch bei Langen Information was los, klar, wochentags fliegen nicht sehr viele. So konnten wir schön angenehm die Strecke abspulen, es ging querab Nürnberg nach Hassfurt, dann weiter über Eschwege und Göttingen direkt nach Hannover. Dort konnten wir auch über LIMA anfliegen, also quasi übers Messegelände, was in den letzten Jahren nicht ging.
Die Landung in Hannover war dann heute sogar mal auf der “großen” 27R (Hannover hat noch die 27C, die nur 700 m lang ist, dafür aber unmittelbar neben den GA-Abstellplätzen liegt). Bei wenig Wind angenehm ruhig. Danach ging es zum Messegelände die CeBIT anschauen. Schon am Flughafen konnte man angesichts von gerade mal einem abgestellten Business-Jet erkennen, dass die CeBIT ihren Glanz der früheren Jahre absolut verloren hat. Das ist mir dann auf der Messe selber auch aufgefallen…
Wir wollten die horrenden Hotelpreise in Hannover nicht zahlen und sind dann am späten Nachmittag wieder zum Flughafen gefahren. Da ich ja noch die Verkehrsflughafenliste abarbeiten muss, ging es heute mal nach Paderborn/Lippstadt. Dort war ich noch nie und es gibt ein Hotel direkt am Flugplatz, also für uns optimal.
Der Start auf der 27C war dann ruhig und effektiv – Taxi-Zeit ca. 20 sec. Danach ging es immer der A2 entlang in Richtung Paderborn. Das ist von Hannover nicht sehr weit, nur ca. 35 min Flug.
Paderborn/Lippstadt ist dann – scheinbar dank vieler Flugschüler – fast geschäftiger als Hannover. Die Lotsen könnten sich aber an den Augsburger Kollegen mal ein Beispiel nehmen… drei Flugzeuge in der Platzrunde und dann noch wir: da müssen wir erstmal einen Vollkreis über dem Pflichtmeldepunkt drehen. Gut, hat nicht viel Zeit gekostet… danach gab es dann noch Vectors und dann doch ein “direkt zur Schwelle Piste 06”. Naja…
Die Landung war dann mit ein paar Knötchen Rückenwind, dafür aber nicht genau gegen die tief stehende Sonne. Das finde ich wiederum sehr gut von den Lotsen, da könnten die Augsburger noch was lernen 😉
Danach gings dann in das 2 Gehminuten vom Flugplatz entfernte Hotel zum verdienten ALB (After Landing Beer) und Abendessen.