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17 Mar2016

Augsburg – Hannover – Berlin/Schönefeld

  •   17. March 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDDB, EDDV, EDMA, IFR, Mehrere Tage

Kaum zurück aus USA ging es heute schon wieder auf größere Tour: ich musste zur CeBit nach Hannover und nach Berlin um dort einige Termin wahrzunehmen. Und da sollte General Aviation mal zeigen, was sie drauf hat…

Wir wollten eigentlich gleich um 08:00 Uhr losfliegen, leider hat uns aber ein umgestürzter LKW auf der Autobahn den Weg zum Flughafen versperrt und wir sind erst um 09:30 Uhr in die Luft gekommen. Schonmal 1:0 für GA – den Linienflieger hätten wir einfach verpasst.
Das Wetter war in ganz Deutschland heute sehr schön, es gab zwar eine Inversion und Nebel war vorhergesagt aber nicht eingetreten. Wir sind dennoch IFR geflogen, das ist ja entspannter und ich will ja die Effektivität mit VFR vergleichen. Es ging dann also ruhig in Augsburg raus, recht bald gab es ein Direct nach UPALA (bei Nürnberg) und dann auch bald nach BOKSO (das ist neben Wernigerode). Unterwegs hat uns der Lotse dann bei Bamberg ein Heading 10 Grad nach rechts von unserem direkten Kurs gegeben “due to active ED-R”. Als wir dann querab der ED-R waren gab es gleich ein Direct zu einem Wegpunkt auf der Transition von Hannover. Echt entspannt… nix mehr um Lufträume kümmern…

In Hannover war dann die Landerichtung die 09 und wir wurden per Radar-Vectors auf das ILS von der 09R geführt. Dort war heute scheinbar gar nichts los, denn wir haben schon beim Frequenzwechseln von Bremen Radar nach Hannover Tower gleich die Landefreigabe bekommen. Da waren wir noch nicht mal “fully established”, sondern nur auf dem Localizer. Also noch so 13 NM draussen. Die Landung war dann auch sehr ruhig und es ging dann zur CeBit. Insgesamt war die Flugzeit nur 2:18 h.

Nach ein paar Terminen und aufgrund der Verspätung auch später als eigentlich geplant sollte es dann nach Berlin weitergehen – 2:0 für GA: der Flieger wartet auf uns und nicht umgekehrt.
Für Berlin war die Ziel-Findung gar nicht so leicht: Schönhagen oder Strausberg wären erste Wahl gewesen, aber bei Ankunft schon geschlossen – wir hätten PPR gebraucht, aber ob man das “on short notice” bekommt, habe ich noch nie probiert. Außerdem wird morgen das Wetter schlecht – bedeckt mit 800-1000 Fuß Untergrenzen ist angesagt. Und wir wollen morgen wieder nach Hause. Also brauchen wir einen Platz mit IFR-Abflug. Daher blieb eigentlich nur Berlin-Schönefeld.

Wir sind dann kurz nach 18:00 Uhr erst abgeflogen, 18:15 Uhr war Sonnenuntergang in Berlin, also würde es ein Flug in die Nacht. Der Abflug war wieder sehr ruhig, einmal in der Luft konnten wir den Flug in die Dunkelheit genießen. Ist schon ganz nett anzusehen, wenn man genau nach Osten, also quasi “ins Dunkle” fliegt. Das Routing war etwas blöd, dadurch das in Berlin-Tegel gerade Rushhour war, bekamen wir zuerst einen Wegpunkt in West-Polen, ähm… östlich von Berlin. Im Funk war keine Sekunde Pause und der Lotse meinte, nach einem Shortcut gefragt, nur, er schaut mal was er tun kann. Er hat uns dann tatsächlich knapp vor der Stadtgrenze von Berlin in Heading gegeben, was recht direkt zum FAF von Schönefeld führt. Immerhin, besser als nichts.

Zum Sightseeing war der Flug dennoch sehr schön, immer quasi an der Stadtgrenze von Berlin entlang, das schaut im Dunkeln schon ganz nett aus. Der Traffic war dann tatsächlich so groß, dass ein VFR-Flieger, der wohl Nachtflug machen wollte, erstmal ausserhalb der Kontrollzonen warten sollte (der war auch auf der Radar-Frequenz wegen Night-VFR). Wir kamen dann irgendwann zu “Berlin Director”, das wird ja normal nur benutzt, wenn es richtig busy ist. Die Lotsin dort hat uns dann aufs ILS von Schönefeld gevectored. Auf dem GPS-Track sieht man schön, dass sie uns noch einen kleinen Schlenker eingebaut hat, um eine RyanAir vor zu lassen. Insgesamt waren dann drei Maschinen gleichzeitig auf dem ILS – eine GermanWings, RyanAir und wir.

Das ist dann wohl zu viel für den BER… beim Umschalten auf die Tower-Frequenz meinte der Lotse erst zur RyanAir und dann zu uns, der Glideslope sei “belegt” durch ein anderes Flugzeug und wir sollten doch entweder einen Localizer-only-Approach machen, oder nach Sicht. Ich hatte sowas noch nie gehört, habe aber ja auch noch nicht so viel Erfahrung. Der RyanAir-Pilot kannte sowas aber wohl auch nicht, der meinte dann nur nach der Landung sie hätten keine Probleme beim Glideslope gehabt, worauf der Lotse meinte das sei halt der Umgang am BER mit der Situation, dass mehrere Flugzeuge gleichzeitg anfliegen. Das kann ja dann spassig werden, wenn der Platz erstmal richtig in Betrieb ist…

Wir hatten jedenfalls auch keine Probleme mit dem Glideslope (ist ja auch nicht zu erwarten) und sind ruhig gelandet. Die Pistenbefeuerung war allerdings so hell eingestellt, dass die am Boden stark geblendet hat und wir daher zwei Abrollwege verpasst haben, die zwar nicht für Airliner gedacht sind, aber die wir hätten leicht nehmen können.

Am GAT wurden wir dann freundlich empfangen und dann ging es mit dem Taxi in die Stadt, wo es bei Tony Romas “best ribs of America” und noch einige ALC (after landing cocktails) gab.
Fazit heute: Das wäre mit dem Auto so nicht machbar gewesen (ok, man hätte drei Uhr morgens losfahren können…). Mit der Linie oder der Bahn sicher auch nicht in der Effizienz und mit der lockeren Zeitplanung. Und IFR war nach Flugbuchvergleich wieder schneller (nach Hannover) bzw. genau so schnell (nach Berlin) wie VFR. Beide Strecken war ich schon VFR geflogen.

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07 Mar2016

USA-Exkurs: Palo Alto – Oceano – Palo Alto

  •   7. March 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KL52, KPAO, N566DS

Aller guten Dinge sind drei – das gilt natürlich auch beim Fliegen und daher bin ich heute nochmal in Palo Alto geflogen. Nachdem wir beim letzten Mal die großzügig erweiterte Bay Tour gemacht hatten, die uns in Richtung Norden führte, sollte es heute mal nach Süden gehen.
Max hat dazu vorgeschlagen, wir könnten ja nach San Luis Obispo fliegen und am besten immer an der Küste entlang dem Highway 1 folgen.

Wir sind also bei sehr schönem Wetter ruhig in Palo Alto gestartet und dann “über den Berg” an die Küste geflogen, wo heute auch richtig schönes Wetter war. Dann sind wir immer der Küste nach Süden gefolgt – über Monterey bis eben nach San Luis Obispo. Landschaftlich ist diese Gegend wirklich schön. Ab und an mal Strand, dann auch wieder wild zerklüftete Felsenküste und immer bergig. Ich hatte mir schon sagen lassen, der schönste Abschnitt vom Highway 1 sei von Santa Cruz nach Süden – also da wo wir heute entlang geflogen sind – und wahrscheinlich stimmt das auch. Wobei mir nicht so ganz klar ist, was man vom Auto aus da sehen soll außer rechts Wasser und links Berg. Aber gut… es gilt wieder mal dass man die wahre Schönheit einer Landschaft nur aus der Luft erkennt.

Nach 2 Stunden und gut 400 km Flug nach Süden waren wir dann in der Nähe von San Luis Obispo und Max meinte, wir könnten auf einem kleinen Platz direkt am Meer landen, anstatt auf den etwas größeren Platz in der Stadt zu landen. Der Platz heißt Oceano und liegt unmittelbar neben dem einzigen Strand in Kalifornien, an dem man mit dem Auto entlangfahren darf. Der Anflug war aufgrund eines drehenden, böigen Seitenwinds etwas holprig, die Landung aber trotz der Verhältnisse ganz in Ordnung. Am Boden haben wir dann festgestellt, dass man sich am Platz Fahrräder ausleihen kann – ganz originell: die stehen einfach in einer kleinen Hütte die mit einem Zahlenschloss verschlossen ist, der Code ist die UNICOM-Frequenz (also nur Piloten wissen es). Wir sind dann die ca. 1-2 km in den Ort geradelt und haben uns den Strand angesehen und einen Burger gegessen.

Danach ging es wieder zurück, schnell noch getankt an der Selbstbedienungs-Tankstelle und schon waren wir wieder in der Luft. Bemerkenswert: an dem Platz ist kein einziger Mensch. Der Rückflug führte dann die gleiche Strecke entlang, so konnte ich nochmal die schöne Landschaft genießen.

Nach dem letzten Berg konnte man schon in der Bay sehen, dass das Wetter (wie angesagt) schlechter wird. Entsprechend war es etwas bockig auf den letzten 10 min und auch in Palo Alto war unschöner böiger Seitenwind. So war die Landung auch dort etwas anspruchsvoll aber ganz in Ordnung.

Das war ein schöner Abschluss meiner San Francisco-Reise. Mit Max habe ich schon ausgemacht: beim nächsten Mal gehts mal nach Lake Tahoe oder Santa Catalina. Die Landschaft hier macht jedenfalls Lust auf mehr…

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27 Feb2016

USA-Exkurs: Extended bay tour

  •   27. February 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KPAO, N566DS

Nur wegen dem BFR fliegen ist natürlich extrem langweilig und vorgestern konnten wir das BFR nicht mit einer Runde über der Bay Area kombinieren, da der Vizepräsident gerade in San Francisco war und dadurch dort eine TFR (Temporary flight restriction).

Also ging es heute nochmal los. Bei bestem Wetter sind wir zu einer “Bay tour” aufgebrochen. Interessanterweise wissen alle Lotsen was gemeint ist, wenn man eine “Bay tour” macht – eine Runde um die Bay eben. Und dabei geht es auch durch den Airspace B von San Francisco International Airport, sonst würde so eine Tour ja nicht gehen. Ich liebe amerikanischen Pragmatismus.

Wir sind also in Palo Alto aufgebrochen und zunächst immer dem Freeway 101 gefolgt, der immer relativ nah an der Küste entlang bis direkt nach San Francisco führt. Irgendwann wird man dann an San Francisco Tower übergeben und bekommt auch gleich seine Freigabe “cleared into the Bravo, follow 101”. Das ist (neben einem Squwak-Code) im Prinzip alles. Die 101 führt dann direkt neben dem Flughafen entlang und man kann schön beobachten, wie die 4 Pisten optimal ausgelastet werden.

Danach ging es dann weiter in Richtung Downtown San Francisco und wir haben dort über der Stadt und dann über dem Wasser ein paar Runden gedreht, um die Stadt, Alcatraz sowie die Golden Gate Bridge in aller Ruhe anzuschauen. Sehr beeindruckend und “scenic” wie der Amerikaner sagen würde.

Max fragte dann, ob ich jetzt der Bucht folgend wieder zurück wollte. Aber es waren erst 45 Minuten vergangen und ich hatte viel Zeit – also habe ich gesagt, wir könnten ja mal zum Napa Valley fliegen. Gesagt – getan sind wir erst nach Napa und dann das Napa Valley hinauf geflogen. Auch das ist landschaftlich sehr schön. Max meinte dann, gar nicht viel weiter wäre Clear Lake – ein sehr schön gelegener See – und wenn ich Lust hätte, könnten wir ja den auch noch anschauen. Also sind wir vom Napa Valley über den Berg “gehopst” und dann das Stück zum Clear Lake geflogen und haben diesen umrundet. Auch das war landschaftlich sehr schön. Danach ging es dann weiter zum Lake Berryessa und dann in die riesige Ebene des Sacramento Valley. Von dort hätte man dann auch wieder zurück fliegen können, aber ich hatte noch nicht genug und so sind wir noch ein Stück zu den gut sichtbaren, schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada hingeflogen. Das führte direkt über Sacramento, dann weiter zum Folsom Lake, über die Fly-Inn-Community von Cameron Airpark. Wir haben dann beschlossen, von dort nach Palo Alto zurück zu fliegen. Dann ging es also weiter in Richtung Stockton. In dieser Gegend ist das Sacramento Valley wirklich riesig groß und totales Flachland.

Palo Alto findet man von dort aus auch ganz einfach: immer auf den weithin sichtbaren Mount Diablo zu halten und dann links dran vorbei. Dort liegt dann auch Livermore in einem sehr schön gelegenen grünen Tal. Von oben sieht man dann dort auch, dass das Lawrence Livermore Laboratory auch ziemlich groß ist.
Wenn man dieses Tal hinter sich lässt, ist man auch schon wieder in der Bay Area.

Im Anflug auf Palo Alto waren wir dann die Nummer 6 bei auch noch 4 Starts. Dort ist wirklich richtig was los. Wir mussten dann den Anflug bis über das Moffet “Google” Airfield verlängern, dadurch konnten wir die Anlagen von NASA Ames Research Center ganz gut sehen und den dort befindlichen riesigen Wind-Tunnel.

Wir sind dann nach einer “etwas erweiterten” Bay Tour mit 3:30 h Flugzeit sehr ruhig in Palo Alto gelandet. Fazit: Jeder der hier ist und selber fliegt, sollte das unbedingt machen. Sehr schöne Landschaft und viel zu sehen und entdecken.

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25 Feb2016

USA-Exkurs: Flight review in Palo Alto

  •   25. February 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, KE16, KPAO, N566DS

Aktuell bin ich für eine Konferenz in San Francisco. Mein erstes Mal an der Westküste muss natürlich auch zum fliegen genutzt werden. Bereits vor einiger Zeit hatte ich nach Chartermöglichkeiten gesucht und bin dabei über die Webseite von Max Trescott (www.sjflight.com) gestolpert. Max hat mich dann auf den West Valley Flying Club gebracht (www.wvfc.org), bei dem er als Flight Instructor tätig ist. Also bin ich in den Club eingetreten und habe Max als meinen FI gebucht.

Heute haben wir dann das wieder einmal fällige BFR (eigentlich heißt es nur “Flight review”) erledigt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man ja nur eine Stunde mit dem Fluglehrer fliegen muss, ist das BFR schon fast eine richtige Prüfung. Man muss eine Stunde Ground school machen, wo es um Fragen aus Luftrecht und um Lufträume ging. Alles in einer sehr angenehmen Atmosphäre, bei der ich auch noch einiges gelernt habe, was das Thema Zulassung / Lufttüchtigkeit in USA betrifft.

Danach ging es dann zum Fliegen. Der Club hat eine DA40 (und ca. 35 Cessna 172) – also habe ich natürlich die DA40 genommen. Das ist hier die AvGas-Version, aber sonst wie die D-ELDS – also voll IFR-tauglich und mit G1000.

Beim BFR muss mindestens eine Stunde Flug absolviert werden. Nachdem ich nicht einfach nur rumfliegen sondern auch etwas sightseeing machen wollte, meinte Max, dass wir dann eine “scenic maneuvering area” suchen. Wir sind dann in Palo Alto gestartet und es ging von dort nach Westen, in Richtung Pazifik. Das Wetter war zwar sehr schön, aber über dem Pazifik und bis ziemlich genau zur Küste lag eine tiefe Wolkendecke, so dass man die Küste nicht sehen konnte. Das sah aber von oben trotzdem sehr interessant aus.

Wir haben dann über den Hügeln in der Gegend das für das BFR nötige Airwork gemacht – Steilkurven, Stallübungen, eine Notlandeübung, Langsamflug. Das alles (außer der Notlandung natürlich) muss z.B. mit 100 ft maximalem Höhenverlust geflogen werden, sonst gilt das BFR als nicht bestanden.

Danach wollte Max dann Verfahren an Non-Towered Airports üben. Das war gar nicht schlecht, da ich bislang noch gar nicht an einem Non-Towered Airport in den USA war. Wir sind dann zunächst nach Watsonville geflogen, einem kleinen Ort am Pazfik. Dort kamen allerdings die niedrigen Wolken angezogen, im Endteil haben wir dann überlegt, dass ein Start mit 7 kt Rückenwind (andersrum wäre wegen der Wolken nicht gegangen) doch keine so gute Idee ist. Daher sind wir dann durchgestartet und nach San Martin geflogen. Dort haben wir eine kurze Pause gemacht und sind dann wieder zurück nach Palo Alto.

Dabei ging es über San Jose, direkt beim Neubau von Apple in Cupertino und am “Google-Airfield” Moffet
vorbei nach Palo Alto. Das war schon sehr schön, mit Blick über die ganze Bay Area und unter uns das Silicon Valley.

In Palo Alto sind wir dann bei ca. 10 kt Seitenwind gelandet, so dass auch eine Seitenwindlandung auf dem Programm stand. Max war dann “happy to sign off the flight review”.

Alles in allem war es ein schöner Flug, auch wenn eher Arbeit… äh Airwork… auf dem Programm stand. Die Landschaft hier ist schon sehr schön.
Palo Alto ist allerdings als Flugplatz durchaus busy – laut Max einer der geschäftigsten GA-Flugplätze mit mehr als 100000 Flugbewegungen pro Jahr. Dabei ist die Piste gerade mal so groß wie in Donauwörth (700 x 20 m). Entsprechend ist der Funk auch recht anstrengend – ich muss mich da immer erstmal wieder einhören. Beim Starten war ein Towerlotse, der sehr schnell und nuschelnd gesprochen hat – da fällt es irgendwie schon schwer, überhaupt einen für mich adressierten Funkspruch rauszuhören. Bei der Landung war dann ein Ausländer im Tower – das war sehr angenehm: klare Aussprache und nicht allzu schnell. Aber anyway, es macht schon wieder Spass, hier in USA zu fliegen.
Und die DA40 mit AvGas-Motor ist schon ein ganz schöner Kolbenschüttler im Vergleich zum Diesel-Motor. Das fällt mir jetzt direkt auf, wie ruhig der Diesel läuft im Vergleich.

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10 Feb2016

Hamburg – Augsburg

  •   10. February 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDDH, EDMA, Mehrere Tage

Grenzwertig – beschreibt den Rückflug heute recht gut zusammengefasst…
Eigentlich wollten wir gestern schon wieder nach Hause, aber das Wetter war so schlecht (und stürmisch), dass wir lieber noch einen Tag in Hamburg geblieben sind. Es gibt schlimmeres… unter der Woche gab es noch Karten für ein Musical, also war uns nicht langweilig. Dennoch mussten wir ja wieder nach Hause. Und zwar relativ bald. Jetzt ist das mit der Get-Homeitis ja so eine Sache, da sind schon viele Unfälle passiert, weil der Pilot unbedingt nach Hause wollte – ich habe allerdings nicht vor, in der Statistik der BFU zu enden, also haben wir schon gestern Abend einen Plan entsprechend der Wettervorhersage gemacht: wir hatten ein Zeitfenster bis ca. 14:00 Uhr um bei zwar marginalem, aber dennoch fliegbarem Wetter nach Süden zu kommen. Und für den Fall der Fälle mussten hinreichend Plätze am Weg liegen, zu denen wir jeweils sicher zurückkehren können, sollte das Wetter sich doch schneller verschlechtern als vorhergesagt. Angesichts des Windes sollten diese Plätze auch lieber eine längere Piste haben, denn es würde wieder stürmisch und böig. Eines war auch klar: IFR geht nicht, wir mussten VFR fliegen. Bei Nullgrad-Grenze nahe dem Boden und Wolken mit Niederschlag würden wir sofort in Vereisung geraten und das kann die D-ELDS nicht (oder anders: nix deicing). Also war die geplante Route: Hamburg – Magdeburg (mit der Möglichkeit zwischendrin nach Braunschweig oder Schwerin zu flüchten) – Leipzig – Hof – Bayreuth – Nürnberg – Augsburg. Das ist nicht der Mega-Umweg, geht viel über Flachland und hat große Plätze am Weg.

Um 08:00 Uhr sind wir also im Hotel aufgebrochen und waren nach tanken und Flugzeug trocknen recht pünktlich 10:00 Uhr in der Luft. Erstmal Special VFR, weil Hamburg leider nur BKN012 hatte, also 1200 ft Wolkenuntergrenze. Und VFR war gut, gerade als wir im Abflug waren, meldete ein Airliner im Anflug auf Hamburg in den Wolken über uns Moderate to Severe Icing.
Magdeburg hatte 2400 ft gemeldet, Leipzig sogar CAVOK nur Hof war das Sorgenkind mit 800 ft (also VFR nicht fliegbar). Irgendwo vor Magdeburg musste es also aufklaren und wir mussten “nur” bis dorthin durchhalten. Zum Glück ist dort ja relatives Flachland, so dass man auch mit knapp 1000 ft über Grund ganz gut dahin fliegen kann – optisch bei dem Wetter heute zwar trotzdem nicht unbedingt ein Hochgenuss, aber machbar. Angenehm ruhig leider auch nicht, da der Wind schon in Hamburg recht frisch geblasen hatte und die “Reibungsschicht” dann immer etwas turbulent ist. Die knapp 100 NM bis Magdeburg haben sich dann doch ganz schön gezogen, immer so in Ameisenkniehöhe rumkrebsen bei nicht gerade berauschender Sicht und immer mal wieder Nieselregen ist durchaus anstrengend.

Kurz vor Magdeburg wurde es immerhin wie versprochen besser und wir konnten bis weit hinter Leipzig bei Sonnenschein in angenehmer Höhe fliegen – allerdings auch mit deutlich mehr Turbulenz. Zwischenzeitlich hatte auch Hof zeitweise 1800 ft Wolkenuntergrenze gemeldet, also sind wir weiter geflogen.

Kurz vor Hof stand dann der erste kleine Schauer im Weg. Eigentlich konnte man den gar nicht so richtig erkennen, es war nur etwas trüber als vorher. Das blöde war, dass -2 Grad und Regen eine ungute Mischung sind – sprich das ergibt schönes Klareis. Auf der Frontscheibe dadurch erkennbar, dass die Tropfen einfach festgeklebt bleiben statt nach hinten zu wandern. Auf den Flächen “zerläuft” Klareis wunderbar stromlinienförmig, so dass man irgendwann “nur” ein Gewichtsproblem hat. Zum Glück war der Schauer nicht besonders ergiebig, hat nur gereicht, um die Frontscheibe so mit “Sommersprossen” zu füllen, dass man nicht mehr viel sehen konnte und auf den Flächen waren ca. 1-2 mm Eis. Ich hatte dann gehofft, dass es nach Hof wieder über 0 Grad haben würde und das Zeug wieder abtaut, was auf der Scheibe dank Heizung auch recht schnell ging. Aber an den Flächen war das Eis erst kurz vor Augsburg wieder weg – pünktlich vor einem Schneeschauer bei Donauwörth…

Nach Hof ging es dann über Bayreuth und durch die Kontrollzone von Nürnberg weiter. Ab Nürnberg wurde die Turbulenz dann noch etwas heftiger und der Wind deutlich böiger. Ausserdem mussten wir einen kleinen Wettlauf mit den von Westen heranziehenden Schauerstaffeln machen, die immer näher kamen und uns in Donauwörth dann eingeholt hatten. Dort war ein kleiner Schneeschauer und ich dachte schon, wir müssten in Donauwörth kurz landen. Aber kurz hinter der Donau war es dann doch wieder etwas heller und wir konnten doch noch bis Augsburg weiter fliegen. Die Landung war bei 22 in Böen 32 kt Wind trotzdem recht ruhig (“halber Gust-Faktor schneller” dann klappts auch ganz ordentlich). Nach Murphy kam natürlich kurz vor der Landung eine ordentliche Böe, das war aber kein Faktor.

Etwa 10 min nach der Landung war dann der Schnee auch in Augsburg und als wir nach Hause gefahren sind, habe ich auf dem Radar gesehen, dass kein durchkommen mehr wäre ab Leipzig. Sprich: Wetterfenster genau abgepasst. Fazit: Wie schon eingangs gesagt: grenzwertig. Aber dennoch hat es den fliegerischen Horizont erweitert: gute Planung zahlt sich aus, auch bei VFR kann es mal Icing geben, In-Flight-Wetter ist gerade bei VFR das Wichtigste was man braucht (wenn mal kein Severe CAVOK ist).

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06 Feb2016

Augsburg – Hamburg

  •   6. February 2016. Written by Udo   •   Posted in Ausflug, D-ELDS, EDDH, EDMA, IFR, Mehrere Tage

Ab heute sind Faschingsferien und ein paar Tage will ich dann auch mal Urlaub machen. Wir hatten nichts genaues geplant, da das Wetter ja immer noch etwas ungewiss ist zur aktuellen Jahreszeit und haben uns heute kurzfristig entschlossen, nach Hamburg zu fliegen.

Es war der erste IFR-Flug auf längerer Strecke und mit Familie. Wir sind mittags in Augsburg losgeflogen, in fast ganz Deutschland war schönes Wetter, nur in Hamburg sollte es bedeckt sein. Also war ein relativ ruhiger Flug zu erwarten. In der Luft war heute so einiges los, auch IFR. Wir sind zunächst eine Weile Runway Heading geflogen (“on request of Radar”), also nicht die Abflugstrecke. Es gab dann aber relativ bald ein “direct UPALA”, da wäre kurz vor Nürnberg und dann etwa beim Altmühltal ein direct zu einem Wegpunkt querab Braunschweig. Also ruhiger Flug.

Wir sind dann so dahin geflogen, kurz vor Nürnberg haben wir dann aber plötzlich ein ELT im Funk gehört (die 121.5 ist ja immer gerastet und aktiv). Kurz also ATC informiert, der Lotse wollte dann von ein paar Airlinern in der Gegend auch wissen, ob sie das ELT hören, was diese bestätigt haben. Ich nehme mal an, daraufhin wurden ein paar SAR-Maßnahmen eingeleitet. Hoffentlich war es nur ein versehentlich ausgelöstes ELT…

Es ging dann immer ruhig weiter, IFR enroute ist schön entspannt, kein Airpace C/D der im Weg steht. Man fliegt einfach seine Strecke ab. Kurz hinter Wolfsburg war es dann bedeckt unter uns. Die Wolken schienen aber nicht allzu dick zu sein, man konnte jedenfalls immer mal durch sehen auf den Boden. Im Airspace C von Hamburg hat uns der Lotse dann runter geholt und sinken lassen. Eigentlich war die Piste 15 aktiv (obwohl der Wind aus 210 kam mit 15 kt), sprich wir hatten ein “expect ILS approach runway 15”. Das wär allerdings einiges an Umweg gewesen, da wir hätten über Hamburg fliegen und dann wieder umdrehen müssen. Der Lotse hat dann irgendwann gemeint, zur Beschleunigung unserer Landung könnte er uns einen Visual Approach auf die Piste 23 anbieten und er würde uns dann kurz vorher unter die Wolken holen. Das war natürlich sehr nett und ich habe gleich angenommen. Wir sind dann relativ “continuous” gesunken – durch die Wolken durch und mussten melden, wenn wir clear of clouds sind und den Platz in Sicht haben. Erst danach wurden wir für den Visual approach gecleared. Wir sind dann angenehm ruhig auf der Piste 23 gelandet.

Insgesamt haben wir nur 2:45 h Flugzeit gebraucht. Das wäre definitiv VFR nicht so schnell gegangen. Da wären die Lufträume von Nürnberg, Erfurt und später Hamburg im Weg gewesen. In FL70 hatten wir auch fast durchweg um die 120 kt ground speed. Macht also Lust auf mehr…

Danach haben wir noch ein schönes Hotel gesucht und gefunden und dort gab es im benachbarten Steakhouse noch lecker Abendessen und ein paar ALBs.

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